Artenschutz-Maßnahmen am Prichsenstädter Radweg – 5 Jahre Nistkastenkontrolle

Im Rahmen der Projektarbeit der Umweltschule am LSH wurden im Winter 2012/13 33 Nistkästen für höhlenbrütende Vogelarten, gesponsert von der Marktgemeinde Wiesentheid und der Stadt Prichsenstadt, am Prichsenstädter Radweg und später am LSH-Parkplatz aufgehängt. Betreut wurden die Kästen von wechselnden Schülergruppen, anfangs vom w-Seminar „Artenschutz braucht Artenkenntnis“, später von der Jugend forscht-Gruppe am LSH unter der Leitung von Matthias Mann.

Die 5 Jahres-Bilanz der Nistkastenkontrollen brachte einige interessante Ergebnisse hervor. Die Hauptbrutvogelart mit knapp 70% der besetzten Kästen war der Feldsperling. Der mittlerweile auf der Vorwarnstufe der Roten Liste stehende Feldsperling benötigt Baum- oder Kunsthöhlen zur Brut, im Gegensatz zum Haussperling, dem Spatz, der wesentlich anspruchsloser in der Brutplatzwahl ist. Der in Kolonien brütende Feldsperling deckt einen mehreren 100m-Radius zum Nahrungserwerb und zum Eintrag von Nistmaterial ab. Dies wurde in der Seminararbeit von Christiane Appel „Ermittlung von Vogelarten am Prichsenstädter Radweg anhand von Federfunden in ausgewählten Feldsperlingsnestern“ nachgewiesen. Weitere Brutvogelarten, die in den Kästen in geringen Prozentzahlen gefunden wurden, waren die Kohl- und die Blaumeise und der Kleiber. Als Zweitnutzer der Kunsthöhlen wurden in etwa dreiviertel der Kästen Waldmäuse bzw. deren Vorratskammern gefunden, die die Kästen als Winterquartier nutzen.

Bei 88% ausgeflogener Jungvögel im vergangenen Jahr wird durch eine einfache Artenschutz-Maßnahme einer bedrohten Vogelart der Agrarlandschaft, dem Feldsperling geholfen.

Fotos 1-4 und Text: Matthias Mann
Fotos 5-6: Jugend-forscht-Poster Christiane Appel