Berufsfindungshilfe und Bewerbungstraining am LSH Wiesentheid oder „Wie viele Cocadosen braucht man um eine Boeing 747 zu verkleiden?“

Tipps zur Berufsfindung und zu Bewerbungen erhielten die Schüler der P-Seminars Musiktheater der 11. Klasse von Dr. Andreas Dietrich (Schaeffler Technologies AG & Co. KG). Am 29.10.15 klärte der Diplom-Kaufmann und Dozent über Schritte bei der Wahl des richtigen Berufs auf und erläuterte, wie eine gute Bewerbung sowie das richtige Verhalten bei einem Bewerbungsgespräch aussieht.
 Dr. Dietrich warnte insbesondere davor, sich vorschnell für einen Beruf zu entscheiden, und legte nahe, sich nicht nur auf einen Beruf zu fixieren, sondern stattdessen eine Rangliste der „Top 10“ aufzustellen.
Der Grundsatz, der den meisten Schülern wohl im Gedächtnis blieb, war „Sich bewerben heißt, für sich werben!“
Im Einzelnen müsse man bei Bewerbungen darauf achten, dass die Gestaltung in erster Linie den Vorstellungen des Empfängers entspricht. Das Anschreiben darf nicht länger als eine Seite sein und sollte gleichzeitig Interesse wecken und individuell sein. Der Lebenslauf muss chronologisch und lückenlos sein, wobei er entweder chronologisch von Geburt bis Gegenwart (deutsche Version) oder umgekehrt (amerikanische Version) aufgebaut wird.
Dr. Dietrich zeigte mehrere negative Beispiele, um zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, sich bei der Bewerbung an diese Regeln zu halten.
Das Training für Bewerbungsgespräche begann er mit einer Auflistung der verschiedenen Arten der Gespräche. Ein normales Gespräch ist frei, größtenteils unstrukturiert und oft werden „brainteaser“ wie die Eingangsfrage benutzt: nicht, um eine exakte Antwort zu erhalten, sondern um die Reaktion des Bewerbers auf eine unerwartete Frage zu testen und zu sehen, ob dieser einen Lösungsansatz entwickeln kann.
„Case studies“ sind kürzer als ein reguläres Bewerbungsgespräch und legen den Focus darauf, die Kreativität und das schnelle Denken der Bewerber zu prüfen. In Stressinterviews dagegen wird die Belastbarkeit der Kandidaten und das Arbeiten unter Zeitdruck geprüft.
Typische Fragen, auf die man sich vorbereiten sollte, sind unter anderem: „Warum wollen Sie gerade diesen Beruf erlernen?“, „ Was wissen Sie über unsere Firma?“, „ Welche beruflichen Pläne haben Sie?“
Im Übrigen machte Dr. Dietrich auf einige der häufigsten Fehler bei Bewerbungsgesprächen aufmerksam. Dazu zählen unter anderem Unpünktlichkeit, Unkenntnis des Unternehmens, ein schlechter „erster Eindruck“, Monologe und schlechte Artikulation.
Simona Förster, Q11