Besuch bei Bach, Luther und der heiligen Elisabeth

Vor dem Bach-Haus

Wiesentheider Gymnasiasten auf der Wartburg und in Eisenach

Die 8. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Steigerwald-Landschulheim hat zusammen mit ihren Religionslehrern Pfarrer Wilfried Jugl, Karin Strohm, Beate Ruland und Harald Pohl am 28. Oktober 2015 die Wartburg und die Bach-Stadt Eisenach besucht.
Zunächst ging es bei der Exkursion auf der Wartburg aber nicht um ihren prominentesten Bewohner, den Reformator Martin Luther, der unter Schutzhaft als Junker Jörg auf der Wartburg das Neue Testament übersetzte, sondern um die heilige Elisabeth. Sie kam im Alter von vier Jahren als Verlobte des zukünftigen Fürsten von Thüringen auf die Wartburg und nahm sich später als Fürstin vor allem den Armen und Kranken in der Region an. Viele Krankenhäuser sind deshalb noch bis heute nach ihr benannt.
Auch die Fürstengemächer und Festsäle waren sehr sehenswert, doch das wahre Interesse galt der Zelle Martin Luthers. Vor allem die Frage, ob der berühmte Tintenfleck, den der Reformator verursacht haben soll, als er dem Teufel sein Tintenfass entgegen schleuderte, wirklich da ist. Tatsächlich ist der Fleck, wie auch immer er an die Wand gekommen sein mag, längst Souvenirräubern zum Opfer gefallen. Für die Exkursionsteilnehmer war jedoch schon allein die Anwesenheit an diesem geschichtsträchtigen Ort ein eindrucksvolles Erlebnis. Die Übersetzung des Neuen Testamentes ins Deutsche durch Luther in ebendieser Zelle bedeutete für viele Bürger damals die erstmalige Chance, die Bibel eigenständig zu lesen. Die katholische Kirche hingegen verlor gleichermaßen an Expertenwissen und Deutungshoheit. Fast nebenbei entwickelte Luther dabei einen ersten Standard des Schriftdeutschen.
Anschließend besuchten die Schülerinnen und Schüler noch kurz die Innenstadt Eisenachs und das Geburtshaus Johann Sebastian Bachs. Wichtiger als musikalische Bildung war zu die-sem Zeitpunkt für die Jugendlichen allerdings die Einnahme eines Mittagessens, bevor die Rückreise nach Wiesentheid angetreten wurde. „Für die Schülerinnen und Schüler ist es gut, wenn sie im Unterricht nicht nur Daten und Fakten geboten bekommen“, erläutert Harald Pohl. Eine derartige Exkursion böte auch die Gelegenheit, Unterrichtsinhalte mit einem persönlichen Erlebnis vor Ort zu verbinden. Damit könne eine deutlich höhere Nachhaltigkeit des Stoffplans gewährleistet werden. Außerdem habe dieser Besuch bei Bach, Luther und der heiligen Elisabeth allen Beteiligten viel Spaß gemacht.

Harald Pohl

Fotos: Harald Pohl