Vernichtung durch Arbeit – Ein Besuch der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg

Was ist ein Arrestbau und Arresthof? Woher kommt der Name „Tal des Todes“? Was verbirgt sich hinter der „Aschepyramide“? Was ist der „Platz der Nationen“?

Auf all diese Fragen bekamen die fast 90 Schüler*innen der vier 10. Klassen des Gymnasiums Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid Antworten direkt vor Ort, beim Besuch der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Rund 100.000 Häftlinge hielt die SS von 1938 bis 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg gefangen. Aufgrund der großen Granitvorkommen war der Ort für die Nationalsozialisten interessant, denn neben der Internierung politischer Gegner, wollten sie auch wirtschaftlichen Profit beim Abbau des Granits durch die Häftlinge erzielen und diese durch Zwangsarbeit vernichten.
Bei einem Rundgang über das Gelände konnten die Jugendlichen auch noch einige der Original Gebäude sehen, wie z.B. einen Teil des Arrestbaus, der aus 40 Einzelzellen und einem davor liegenden Hof bestand. Ersterer war für den willkürlichen Vollzug von Lagerstrafen, die Folterung von Häftlingen und auch für Einzelhaft bestimmt. Er war aber auch Gefängnis für prominente Sonderhäftlinge, wie Pastor Dietrich Bonhoeffer, welcher am 9. April 1945 im Arresthof erhängt wurde. Beklemmend war auch der Besuch des „Tal des Todes“, wo die SS Leichen verbrennen und Häftlinge exekutieren ließ. Die aus Leichenbrand und Erde errichtete „Aschepyramide“ ist ein stellvertretendes Grabmal für die Toten des KZ Flossenbürg. Auf dem „Platz der Nationen“ wird nach Herkunftsländern an sie erinnert.

Neben dem Rundgang konnten die Schüler*innen auch noch zwei Ausstellungen besuchen, die sich zum einen mit dem „Konzentrationslager Flossenbürg 1938-1945“ und zum anderen mit „Was bleibt – Auswirkungen des Konzentrationslagers Flossenbürg“ befassen.
Der Besuch der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg am Anfang des neuen Schuljahres war für die Schüler*innen eine beeindruckende, aber auch bedrückende Veranschaulichung der Konzentrationslager, die die Nationalsozialisten bauten um Menschen aufgrund ihrer politischen Ansichten, ihrer Herkunft, ihres Glaubens, oder weil sie laut NS-Ideologie Feinde der „Volksgemeinschaft“ waren, zu vernichten. Diese KZ-Gedenkstätte wird den Schüler*innen noch lange in Erinnerung bleiben, vor allem weil ihnen hier gezeigt wurde, zu welch grausamen Taten Menschen im Namen einer Ideologie fähig sind.

Text: Eva Burkard / Foto: Michael Steinbacher

Bild: Alle Schüler*innen der 10. Klassen des Gymnasiums Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid und drei Lehrkräfte vor dem Bildungszentrum der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg