Das grüne Klassenzimmer – der Werdsee im Spiegel der Jahreszeiten • Oktober 2017

3. November 2017

Altweibersommer mit über 20 °C und ein stürmisches Monatsende kennzeichneten den Oktober.
Mit viel Begeisterung durchstreiften die 5. Klassen anlässlich der Tour de Müll das Schulbiotop und die angrenzenden Flächen(siehe dazu gesonderten Artikel). Alles was nicht in die Natur gehörte, wie Verpackungsmüll und leere Flaschen, wurde eingesammelt und von der Gemeindeverwaltung entsorgt.
Die Blattfärbung wechselte von grün nach gelb, hier gezeigt an Blättern des Feldahorns. Der grüne Blattfarbstoff Chlorophyll wird abgebaut und das gelb/orange Carotin bleibt zurück. Da in diesem Jahr noch kein Frost aufgetreten ist, ist die Herbstfärbung besonders intensiv.
An Sollbruchstellen löst sich das Blatt unterstützt von starken Winden ab und wird u.a. in den Werdsee geblasen. Hier lagern sich die Blätter vor allem am Ostufer des Sees ab und werden zersetzt. Der starke Nährstoffeintrag durch das Blattwerk wird unterstützt durch den düngerreichen Zufluss des Fasanenbaches. Dies führt zur schleichenden Verlandung des Gewässers. Ein natürlicher Prozess, der ohne menschlichen Eingriff zum Verschwinden des Sees führen würde.
Ein besonderes Ereignis brachte das Sturmtief “Herwart” Ende des Monats mit sich – Kraniche über Wiesentheid. Durch die heftigen Winde wurden die Kraniche von ihrem ursprünglichen Südwestkurs in Richtung Spanien nach Süden in das Frankenland vertriftet. Kranich-Trupps bis über 200 Tiere stark schraubten sich in Thermikkanälen in den grauen Himmel direkt über der Marktgemeinde. Kleinere Trupps flogen in typischer V-Formation in westliche Richtung ihrem noch weit entfernten Ziel , der Extremadura, entgegen. Die Korkeichenwälder im südwestlichen Spanien sind das Überwinterungsgebiet vieler europäischer Kraniche.

Anregungen zur Naturbeobachtung im November:

• Auch der November ist noch Pilzzeit. Sammle ein oder zwei voll entwickelte „Hüte“, die Sporenträger, des Parasolpilzes (https://www.123pilze.de/die_pilzsuchmaschine___.html). Lege den Pilzschirm mit den Lamellen nach unten auf ein weißes Blatt Papier, decke den Pilz ab und lasse ihn im Keller einige Tage trocknen. Das kleine Kunstwerk, ein Sporenbild des Pilzes ist fertig.

• Der Vogelzug geht dem Ende entgegen. Das stürmische Wetter der vergangenen Tage weht Wildgänse und Kraniche zu uns nach Franken. Trompetenartige Rufe kündigen die Kraniche an. Suche den Himmel mit dem Ferngas ab und versuche die Tiere zu zählen. Ein schnelles Handy-Foto ist dabei sehr hilfreich. Notiere dir das Datum und die geschätzte Anzahl der Tiere (https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/artenschutz/kranich/14268.html).

• Schmetterlinge im November. Gib es das? Du findest einige Tagfalterarten in Winterstarre am Dachboden oder im Keller von Nebengebäuden oder in alten Wein- bzw. Gemüsekellern. Nicht anfassen, nur anschauen. Notiere dir das Datum und messe mit einem Thermometer die Raumtemperatur.

Viel Spaß beim Naturgucken, über eine Rückmeldung würde sich OStR Mann freuen!

Text und Fotos: OStR Matthias Mann