Das grüne Klassenzimmer des LSH – der Werdsee im Spiegel der Jahreszeiten 5/17 (mit Audioaufzeichnung)

Mai 2017

Viel Regen bringt Segen, heißt eine alte Bauerregel und anschließend zeigte sich der Mai mit sommerlicher Hitze und Gewittern. Für die Vegetation konnte es kaum besser laufen.
Anfang Mai zeigte sich der Gefleckte Aronstab mit seiner besonderen Kesselfallenblüte. Durch den Uringeruch angelockt bestäuben die kleinen Schmetterlingsmücken die Blüte des giftigen Aronstabes. Die Sumpf-Schwertlilie besiedelt die Verlandungszonen stehender und fließender Gewässer und ist auch in Bruchwäldern zu finden. Sie wird in Deutschland als besonders schützenswert eingestuft. Die Gelbe Teichrose ist erst seit etwa fünf Jahren im Werdsee. Die Schwimmblattpflanze blühte heuer zum ersten Mal im großen Umfang.
Die Schülerinnen und Schüler der Jugend-forscht-Gruppe am LSH kescherten begeistert Wasserinsekten, Wasserflöhe(Kleinkrebse) und Wasserschnecken. Im NT-Fachraum wurde die „Ausbeute“dann mit der Lupe und dem Binokular näher bestimmt.
Bei dieser Gelegenheit bekamen die jungen Forscher eine richtige Wasserschlange zu Gesicht. Die noch nicht ausgewachsene, ungiftige Ringelnatter glitt durch das Wasser, um Beute zu machen. Kleine Fische und Frösche gehören zu ihrer Leibspeise. Das geschützte Reptil findet an den abwechslungsreichen Ufern des Schulbiotops einen idealen Lebensraum.
Sechs kleine Entenküken zeigten sich Anfang Mai mit ihrer wachsamen Stockentenmutter auf dem Werdsee. Zwei Wochen später ist ihr schnelles Wachstum gut erkennbar. Erbrütet wurden die Küken im Entenhäuschen, das vor fünf Jahren von einer 6. Klasse am Werdsee aufgestellt wurde.
Jetzt im Spätfrühling ist auch das Konzert der Seefrösche zu hören. Bei hochsommerlichen Temperaturen sind die ruffreudigen Tiere besonders aktiv. Wer will, kann sich die Audio-Aufzeichnungen des Froschkonzertes anhören.

Anregungen zur Naturbeobachtung im Juni:

• Igel-Beobachtungen im Garten? Falls du zur rechten Zeit am rechten Ort bist, ist dies möglich. Igel sind dämmerungs-und nachtaktiv. Sie verraten sich auf der Nahrungssuche in der Hecke durch lautes Rascheln im alten Laub.
• Keschern von kleinen Wasserlebewesen in Teichen und Tümpeln. Nehme ein kleines Küchensieb und lege es mit einem Nylonstrumpf aus. Eine Plastikschale und eine Lupe dürfen nicht fehlen. Und schon kann es losgehen! Vergesse zum Schluss nicht, die Lebewesen in das Gewässer zurückzusetzen.
• Fast überall findest du zwei- bis dreiblättrige Wasserlinsen in Teichen und Tümpeln. Die feinen Wurzel und Blättchen können besonders gut unter dem Mikroskop angeschaut werden.
Viel Spaß beim Naturgucken, über eine Rückmeldung würde sich OStR Mann freuen!

Text und Fotos: OStR Matthias Mann