Das grüne Klassenzimmer – Der Werdsee im Spiegel der Jahreszeiten • 7/2017

Juli 2017

Gewitter mit bis zu 65 l Wasser pro m² an zwei Tagen prägten den Juli. Erst war es heiß bis über 30 °C, anschließender Starkregen ließ den Wasserspiegel des Werdsees fast einen Meter ansteigen. Die Regenfälle im Steigerwald fielen besonders heftig aus, so dass der Fasanenbach zeitweise stark anschwoll. Hier wurde der Hochwasserschutz des Auwaldes nebst Werdsee besonders deutlich. Eine teilweise natürliche Regenrückhaltung am Ortsrand von Wiesentheid verhindert Überschwemmungsschäden im Ortskern, könnte die mediale Schlagzeile heißen. Nicht nur aus dieser Sicht spricht nichts dagegen, die Rückhalteflächen um Wiesentheid zu vergrößern.

Informationstafeln verschiedener Blütenpflanzen „Grünes am Radweg“ des Schulbiotops Werdsee sollen Schülern, interessierten Bürgern und Touristen gleichermaßen zur Verfügung stehen. Der abgebildete Rainfarn wird z. B. als Naturfärbemittel für Wolle, als Biozid u.a. gegen Kartoffelkäfer und in der Pflanzenheilkunde u.a. als Floh-und Läusemittel eingesetzt.

Auffallend sind die fast kreisrunden Bestände des Krausen Laichkrautes, vergesellschaftet mit dem fädigen Kamm-Laichkraut an der Wasseroberfläche des Sees, Pflanzen der Tauchblattzone. Ein idealer Nahrungs-und Schutzraum für Wasserinsekten und die sich entwickelnde Fischbrut der verschiedenen Weißfischarten. Auftreten konnten die „unterseeischen Wiesen“ erst vermehrt in diesem Jahr, nachdem der Neubesatz an Karpfen und Zander durch den Angelsportverein Petri Heil Schweinfurt stark verringert wurde.

Ein Highlight am Schulbiotop war der „Wasser-Erlebnistag“ der 4. Klassen der NF -Grundschule aus Wiesentheid in Kooperation mit dem LSH. Nach einer kurzen Einführung am See durch Matthias Mann suchten die „Jungforscher“ nach den verschiedenen Gewässerlebewesen. Ausgerüstet mit Keschern und Fanggefäßen eroberten die Viertklässler in vier Gruppen das Seeufer und den nahen Fasanenbach. Mit ihrer „Beute“ ging es ins Labor der Schule. Unterstützt durch die Klassleiterinnen, Nicola Dahmen und einige Eltern untersuchten und bestimmten die Schüler mit Hilfe von Lupe und Mikroskop die geheimnisvolle Unterwasserwelt. Die Freude am naturwissenschaftlichen Arbeiten und Neugierde wecken standen hier im Vordergrund.

Die Sommermonate sind Fledermauszeit. In Wochenstuben wie Baumhöhlen oder auch Vogelnistkästen bringen die Fledermäuse ihre Jungen zur Welt, die im Juli flügge werden. Eine relativ häufige Fledermausart, die Wasserfledermaus, war regelmäßig bei ihren Jagdflügen über den See zu beobachten. Aufgrund der schwachen Lichtverhältnisse am Abend sind Fledermäuse nur schwer zu sehen, aber mit dem richtigen Hilfsmittel – einem Batdetektor – gut zu hören. In unserer Autiodatei (s. oben) können die Jagdflüge von Wasserfledermäusen am Werdsee nacherlebt werden.

Anregungen zur Naturbeobachtung im August:

Wespen am Kaffeetisch. Sind es Kundschafter oder kommen sie nur einmalig? Markiere vorsichtig die Wespe mit einem weißen Punkt auf dem Brustteil mit Tipex und dann warte!

Die Wasserfledermaus ist in der Nacht auf vielen Teichen und Seen zur Jagdzeit zu finden. Stelle dich zwischen 21.30 und 22.00 Uhr an das Gewässerufer und suche nach ihr mit einer starke Taschenlampe auf der Wasseroberfläche.

Im August beginnt die Zugzeit der Vögel zum Rückflug in die südlichen Winterquartiere. Einer der ersten ist der Mauersegler, ein schwalbenähnlicher Vögel unserer Städte und Dörfer. Notiere dir das Datum, ab wann du ihn nicht mehr am Himmel deiner Heimatgemeinde beobachten kannst!

Viel Spaß beim Naturgucken, über eine Rückmeldung würde sich OStR Mann freuen!

Text und Fotos: OStR Matthias Mann, (Foto 5-7: Wasser-Erlebnistag: Birgit Enk, Foto 9 Wasserfledermaus: Theo Dicks), Audiobearbeitung: Axel Weiß