Das grüne Klassenzimmer – der Werdsee im Spiegel der Jahreszeiten • August 2017

Ein relativ normaler Sommermonat, bei dem die Durchschnittstemperatur an die 20 °C heranreichte. Wiesentheid wurde von Unwetterschäden, wie in anderen Teilen Frankens, verschont.
Der August und September ist Libellenzeit. Die abgebildete Heidelibelle ist an Stillgewässern wie dem Werdsee weitverbreitet. Die geschützten Ansitzjäger erbeuten vor allem Mücken und Bremsen von einer Sitzwarte aus (hier eine Binsenblüte), auf die sie immer wieder zurückkehren. Im vergangenen Monat bis in den September hinein ist Paarungszeit, im verbundenen Tandemflug waren die beiden Libellengeschlechter bei der Eiablage am Gewässerrand zu beobachten.
Der August war auch ein guter Monat zur Nistkastenreinigung, die aber auch im Winter durchgeführt werden kann. Die von Schülern im Schulbiotop aufgehängten Nistkästen waren alle besetzt, neben wenigen Blaumeisen brüteten vorwiegend Kohlmeisen in den Kunsthöhlen. Die Grobpolsterung bestand vor allem aus Moos und die Feinpolsterung aus gefärbtem Kunstfasermaterial.
Im Spätsommer werden die Schäden der Larve der Rosskastanien-Miniermotte an den Kastanienblättern deutlich. Die Eier werden von dem aus Südosteuropa eingewanderten Falter bereits zur Kastanienblüte abgelegt. Bis zu vier Generationen pro Jahr fressen sich durch das Blatt. Die letzte Generation überwintert im Puppenstadium im abgefallenen Blatt und kann so relativ leicht durch zusammenkehren dezimiert werden. Auch durch Förderung der natürlichen Feinde wie die Blaumeise oder die beiden Schwalbenarten kann das Massenvorkommen der Falter verringert werden.
Die ersten jungen Seefrösche haben ihre Metamorphose abgeschlossen und sind gut getarnt am Land bei der heimlichen Jagd zu beobachten und entgehen so dem Kannibalismus der Elterntiere. Die Altfrösche liegen bewegungslos im Wasser und lauern nach Beute. Die Rufaktivität ist beendet (die Audiodatei dazu kann im Mai-Beitrag gehört werden), da die Laichzeit abgeschlossen ist.

Anregungen zur Naturbeobachtung im September:
• Das Paarungstandem vieler Groß- und Kleinlibellenarten ist noch an warmen Septembertagen zu beobachten. Geht auf Foto-Pirsch und fangt das interessante Naturphänomen mit euren Smartphone ein!
• Spinnennetze werden durch die vermehrte Taubildung an kühleren Tagen besonders deutlich sichtbar. Fotografiere die unterschiedlichen Spinnennetze! Am frühen Vormittag werden bei Sonnenschein durch die Lichtreflexionen kleine Kunstwerke daraus.
• Pflanzensamen werden nicht nur vom Wind, sondern auch von vielen Tieren z.B. über ihr Fell verbreitet. Streife mit Jeans und festen Schuhen durch einen kleinen Wiesen- und/oder Waldabschnitt und sammle anschließend die hängengebliebenen Samen von der Kleidung ab. Einige Samen davon können leicht bestimmt werden.

Viel Spaß beim Naturgucken, über eine Rückmeldung würde sich OStR Mann freuen!

Text und Fotos: OStR Matthias Mann