Das grüne Klassenzimmer – Der Werdsee im Spiegel der Jahreszeiten

Juni 2017

Über weite Strecken war der Juni ein richtiger Hochsommer-Monat, heiß und trocken. Erst zum Ende des Monats setzte der kräftige Regen ein. Der Wasserstand des Werdsees senkte sich stark ab und der angrenzende Fasanenbach war nur noch ein Rinnsal.

Die 5a und die 6b nutzten den Bruchwald des Schulbiotops im Rahmen der Projekttage zur Naturerkundung. Hier waren vorwiegend die verschiedenen Baumarten von Interesse. Das Wissen wurde später in einem Quiz für das Schulfest verarbeitet. Die 6. Klassen erkundeten im Rahmen des Natur und Technik-Unterrichts die Wiesenpflanzen rund um den Werdsee.

Das Innere des Erlenbruchs hat sich komplett verändert, ein grünes Meer, fast schon eine Monokultur aus der Großen Brennnessel. Im Garten eher unerwünscht, sind sie hier im Schulbiotop ein wichtiger Teil der Lebensgemeinschaft Bruchwald. Sie sind Zeigerpflanzen für einen nährstoffreichen, frischen Boden und doch bergen sie einige Geheimnisse. Wer genau hinschaut, sieht die eingerollten Blätter der Brennnessel, ein ideales Versteck gegen Fressfeinde aus der Luft und durch die Brennhaare zusätzlich geschützt. Hier versteckt und ernährt sich die Raupe eines unserer schönsten Tagfalter, dem Admiral. Uns fällt der Schmetterling meist erst im Herbst am Fallobst auf. Deshalb sollten die Gartenbesitzer die Kinderstube vieler Tagfalter, die Brennnessel, nicht achtlos entfernen. Ein kleiner Fleck neben dem Komposthaufen, meist ein Schattenplatz, genügt der ungeliebten Pflanze.

Die großen, weißen Dolden des Wiesen-Bärenklaus laden zum Nektarsammeln ein. Hier turnt ein Gefleckter Schmalbock, ein besonders auffallender Bockkäfer, neben anderen Insekten über die Blüte. Bei diesem Doldenblütler ist Vorsicht geboten, eine zu intensive Hautberührung kann zu starken allergischen Reaktionen führen. Die Gewöhnliche Wegwarte, hier am Fahrradweg des Werdsees, ist die Vormittagsblume. Am Nachmittag ist die Blüte wieder geschlossen. Die Wurzel der Wegwarte wurde früher als Kaffeeersatz genutzt und als Blümchenkaffee getrunken.

Auch scheue Großvögel machen am frühen Morgen Rast am Werdsee. Der Graureiher war auf Nahrungssuche nach kleinen Weißfischen, seine Jagdtechnik ist die vorsichtige Schreitjagd. Er steht im Schatten, so bemerken ihn die Fische im Flachwasser meist zu spät.

Anregungen zur Naturbeobachtung im Juli:

• Die Sonnenblumensaison beginnt! Auf Feldern oder im Garten findest du die auffallende Sommerpflanze. Wie drehen sich die Knospen der Sonnenblume im Tagesverlauf? Notiere dir die Uhrzeit und die entsprechende Himmelsrichtung!

• Schmetterlingszeit! Die Suche nach den Big Five der Tagfalter kann beginnen. Großer Kohlweißling, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Admiral und Schwalbenschwanz gilt es zu finden. Präge dir die entsprechenden Schmetterlingsfotos aus dem Internet gut ein und notiere dir die Daten zu Fundort, Datum, Zeit und Art. Mache jeweils ein Belegfoto!

• Im Sommer musizieren die Grillen an warmen Abenden. Eine Geschicklichkeitsübung ist gefragt. Wie nahe kommst du an die Grille, ohne dass sie aufhört zu zirpen? Du bist der Meister, wenn du sie sehen kannst! Informiere dich vorher im Internet wie sie aussieht. Eine Heuschrecke tut es am Anfang auch, ist aber viel leichter zu überlisten.

Viel Spaß beim Naturgucken, über eine Rückmeldung würde sich OStR Mann freuen!

Text und Fotos: OStR Matthias Mann, Foto Admiral: Jürgen Podgorski