Einblick in gelebte Inklusion vor Ort

In der Woche vor den Osterferien besuchten die Schüler der 10. Jahrgangsstufe am sozialwissenschaftlichen Zweig des Gymnasiums Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid (LSH) die Mainfränkischen Werkstätten (MfW) in Kitzingen. Seit 1990 gibt es eine Kooperation mit dieser Einrichtung und es findet jährlich eine sogenannte Inklusionsfahrt statt, bei der die Schüler in Kleingruppen Menschen mit Behinderung fünf Tage lang betreuen.

Um einen Einblick in die Arbeit der MfW zu bekommen und um erste Kontakte zu knüpfen lernten die Jugendlichen in den zwei Stunden vor Ort den Aufbau der Einrichtung und das große Spektrum an Arbeiten kennen, die die Mitarbeiter dort erledigen. Der Leiter des Sozialdienstes, Florian Wirthman und Werkstattleiter Günter Müller führten die Schüler in zwei Gruppen durch die Einrichtung, in der 250 Mitarbeiter beschäftigt sind. 

Stolz zeigten die Mitarbeiter den Jugendlichen, welche Arbeitsschritte es gibt und welche Arbeiten sie ausführen. Die Schüler waren teilweise überrascht, welche zum Teil anspruchsvolleren Tätigkeiten die Mitarbeiter ausführen. Auch ein Einblick in die Intensivgruppen wurde gewährt, in der Menschen mit Behinderung arbeiten, die etwas mehr Betreuung benötigen. 

Nach dem Rundgang blieb noch genügend Zeit für ein ausgiebiges Gespräch, bei dem die Jugendlichen Fragen stellen konnten. Sie erfuhren etwas über Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um in den MfW arbeiten zu können, wie die Kooperation zwischen den Firmen und den MfW abläuft, welche Arten der Behinderung Mitarbeiter der MfW haben und natürlich auch etwas über die Bandbreite an Berufen, die in dieser Einrichtung vertreten sind, wie z.B. Sozialpädagogen, Heilerziehungspfleger, Alten- oder Krankenpfleger, aber auch Schreiner oder Elektriker mit einer zusätzlichen sonderpädagogischen Ausbildung, damit sie ihre Mitarbeiter bei der Arbeit unterstützen können. Weitere Möglichkeiten des Engagements in dieser Einrichtung wurden ebenfalls angesprochen, wie z.B. das freiwillige soziale Jahr oder der Bundesfreiwilligendienst. Auch Praktika können hier abgeleistet werden, was die Jugendlichen interessierte, da sie bis zum Ende der 10. Jahrgangsstufe 15 Tage Sozialpraktikum nachweisen müssen. 

Nach einem sehr informativen und interessanten Besuch dieser sozialen Einrichtung gingen die Schüler mit vielen neuen Eindrücken wieder zurück in die Schule und freuen sich nun schon auf weitere Begegnungen mit den Gästen von den MfW zur Vorbereitung ihrer Klassenfahrt im Juli. 

Text und Fotos: Eva Burkard