Exkursion ans CERN

Eine besondere Exkursion unternahmen drei Schüler der Klasse 10a des naturwissenschaftlichen Zweiges am 26.01.2016 mit dem Institut für Jugendmanagement Heidelberg. Johannes Jungkunst, Niklas Rauchenberger und Tom Schulte machten sich mit weiteren 37 Teilnehmern von Heidelberg aus auf den Weg nach Genf ans CERN, eine internationale Forschungseinrichtung mit dem weltweit größten Teilchenbeschleuniger, dem LHC (Large Hadron Collider). Auf der Fahrt dorthin bekamen die Schüler eine Einführung in die faszinierende Welt von CERN.

Am Beginn der Besichtigung stand ein einstündiger Vortrag über die Historie CERNs und dessen Forschungsziele:

Nachweis des Higgs-Bosons und Untersuchung der Eigenschaften des Higgs-Bosons,
Untersuchung möglicher Substrukturen von Quarks und Leptonen,
Suche nach Hinweisen auf eine Theorie zur Vereinheitlichung der Grundkräfte durch supersymmetrische Teilchen,
Aufklärung der Struktur von dunkler Materie,
Untersuchung der Erweiterungen des Standardmodells (Stringtheorie).
Klärung der Materie-Antimaterie-Asymmetrie des Universums,
Studium des Top-Quarks,
Erzeugung und Untersuchung des Quark-Gluon-Plasma,
Bestimmung der genauen Ausdehnung des Protons,
Untersuchung „simulierter“ kosmischer Strahlung unter Laborbedingungen.

Die Besichtigung bestand aus einer Führung durch die Halle, in welcher die Magnete für deren Einsatz präpariert werden. Dort bekamen die Teilnehmer auch einen Einblick in die Bauteile des LHCs. Die beeindruckende Exkursion endete mit einem Rundgang durch das CCC (CERN Control Center).

Johannes Jungkunst ist so begeistert von der Astronomie, dass er außerdem ein Praktikum an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg absolvierte. Dort analysierte er Daten über den rund 500 Millionen Lichtjahre entfernten aktiven Galaxienkern Markarian 421 im Sternbild Großer Bär. Besonders aktive Galaxienkerne zeigen extreme Helligkeitsschwankungen, die für das Verständnis physikalischer Prozesse in der Nähe Schwarzer Löcher wichtig sind. Eine Forschungsgruppe in Würzburg hat die Erlaubnis, mit dem First G-APD Cherenkov Teleskop in der Europäischen Nordsternwarte auf der Kanareninsel La Palma zu arbeiten. Dieses besitzt eine neuen Kameratechnologie, bei deren Entwicklung zwei Forscher der Universität Würzburg beteiligt waren. Sie ermöglicht erstmals eine lückenlose Beobachtung von Quellen kosmischer Gammastrahlung auch bei hellem Mondlicht. Diese Leistung der Astrophysiker Thomas Bretz und Daniela Dorner wurde 2015 mit dem Gustav-Hertz-Preis gewürdigt. Die Kameratechnologie wird auch bei zukünftigen Großgeräten wie dem Cherenkov Telescope Array eingesetzt, das voraussichtlich 2020 in Betrieb gehen soll.

Besonders erfreulich ist, dass das zusätzliche Engagement unserer Schüler auch in den Physikunterricht integriert und dieser wieder einmal auf eindrucksvolle Weise bereichert wurde.

(Angela Ruh)