Faszinierende Einblicke in ein unbekanntes Reiseland

Schüler*innen der 11. Klasse auf Studienfahrt in Polen

Am Ende der 11. Klasse haben unsere Oberstufenschüler*innen die “Qual der Wahl”: sie müssen sich für die Teilnahme an einer der beiden angebotenen Studienfahrten entscheiden. Schon seit vielen Jahren werden zwei attraktive Reiseziele angeboten. Zum Einen führt eine neuntägige Fahrt nach Sorrent in Italien, wo die Sehenswürdigkeiten rund um den Vesuv und die Stadt Neapel erkundet werden. Zum Anderen geht es fast genau in die entgegengesetzte Richtung in unser östliches Nachbarland Polen. Gerade diese Studienfahrt kann auch als Abschluss der an unserem Gymnasium stark ausgeprägten Ostorientierung angesehen werden. Nach Austauschbegegnungen mit Schulen in Tschechien und der Ukraine in der Mittelstufe führte im letzten Sommer eine mehrtägige Studienfahrt vom 18. bis zum 26. Juli 2018 nach Mittel- und Südpolen.

Am Abreisetag trafen sich frühmorgens insgesamt 51 Schüler*innen und die drei Begleitlehrer*innen Ulrike Sandmeyer-Haus, Reinhold Rösel und Harald Godron am Buswendeplatz unserer Schule. Die ca. 2300 km lange Rundreise sollte über Posen nach Lodz, dann weiter nach Krakau und schließlich nach Breslau führen. Erwartungsfroh brachen alle Jugendlichen in ein ihnen weitgehend unbekanntes und nicht selten mit Vorurteilen behaftetes Reiseland auf. Während den vergangenen Wochen hatten sie als Reisevorbereitung viel Informationsmaterial zur Geschichte, Landeskunde und Geografie unseres östlichen Nachbarlandes erhalten. Nun aber erwartete die Jugendlichen ein umfangreiches und abwechslungsreiches Besichtigungsprogramm. In allen vier Städten wurden den Studienfahrtsteilnehmer*innen nicht nur die attraktiven Sehenswürdigkeiten gezeigt, sondern sie wurden bei den Rundgängen und Vorträgen auch für die politische Geschichte des Landes sensibilisiert. Vor allem bei den Besichtigungen der Hinterlassenschaften aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Kommunismus wurden die Schüler*innen mit der wechselvollen Geschichte des Landes konfrontiert. Ein bewegender Rundgang durch das ehemalige Ghetto “Litzmannstadt” im heutigen Lodz sowie der Besuch in der Gedenkstätte des einstigen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz und Auschwitz-Birkenau machten alle Studienfahrtteilnehmer*innen sehr betroffen. Die Jugendlichen spürten aber bei diesen Programmpunkten auch, wie wichtig es ist, die kommenden Generationen zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit der geschichtlichen Vergangenheit zu erziehen. Erst dadurch kann das Bewusstsein dafür geschärft werden, dass in einer zunehmend globalisierten Gesellschaft tolerantes und weltoffenes Handeln unabdingbar sind.

Neben diesen wichtigen historischen Aspekten standen aber auch viele andere Themen auf dem Besichtigungsprogramm, z.B. der Besuch der eindrucksvollen Salzminen von Wieliczka nahe Krakau. Außerdem konnten die Jugendlichen dank des herrlichen Sommerwetters die fast schon südländische Atmosphäre auf den Marktplätzen, den Ryneks, der sehenswerten polnischen Städte genießen. Cafés, Restaurants, Straßenkünstler und Livemusik sorgten hier für eine ausgelassene Stimmung aller Besucher bis spät in den Abend hinein. Und so war es gerade diese Mischung zwischen informativen Studienfahrtsinhalten und einem enormen Freizeitwert, der die diesjährigen Teilnehmer*innen an der Polenfahrt so besonders begeistert hat. 

Als dann am 26. Juli 2018 die Reisegruppe wieder nach Wiesentheid zurückkehrte, waren sich nahezu alle Jugendlichen einig: diese Studienfahrt hatte ihnen viele neue, faszinierende Einblicke in ein bisher unbekanntes Reiselang geboten. Manch ein Teilnehmer nahm sich nun für die Zukunft vor, nochmals nach Polen zu reisen, um die bisherigen Eindrücke zu vertiefen und neue Ziele in diesem als Reiseland besten geeigneten Nachbarstaat Deutschlands zu entdecken.

Verfasser: OStR Harald Godron

Fotos: Harald Gordon und Reiner Rösel: Die Gruppe der Studienfahrer in Breslau auf den Oderterrassen gegenüber der Dominsel (1); vor dem Schloss Kornik bei Posen (Bild 2) und weitere