Geologie aus dem Koffer – Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft trägt Früchte

Geologie aus dem Koffer
Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft trägt Früchte

Im Rahmen des Projektes PIDS – Praxis in der Schule – hat das Gymnasium Steigerwald Landschulheim Wiesentheid seine Kooperation mit verschiedensten Berufsgruppen und Unternehmen intensiviert. Das weltweit tätige Baustoffunternehmen Knauf aus Iphofen ist dabei insbesondere für die Geologiekurse der Oberstufe ein interessanter Ansprechpartner, der den Schülern den Kontakt zu Experten aus den Bereichen Tagebau, Bergbau und Geologie ermöglicht. Zum Unterrichtsauftakt nach der Weihnachtspause konnten die Geologiekurse den Diplomgeologen und Bereichsleiter für Rohstoffsicherung Herrn Prof. Dr. Reimann von der Firma Knauf an der Schule begrüßen, der der Schule einen sogenannten Geo-Koffer überreichte und die Schüler über das Berufsbild eines Geologen informierte.

Der Geo-Koffer, der ursprünglich für das Bundesland Baden-Württemberg entwickelt wurde, enthält Unterrichtsmaterialien sowie typische Gesteine zur Geologie Süddeutschlands. Er wurde seitens der Firma Knauf durch die geologische Karte von Bayern und weiteres Infomaterial an die Bedürfnisse bayerischer Schulen angepasst. Der thematische Schwerpunkt des Geo-Koffers liegt auf mineralischen Rohstoffen wie Sand und Kies, Natursteinen, Ton, Gips und Zement. Prof. Dr. Reimann führte aus, dass schon die frühen Entwicklungsformen der Hominiden in Afrika vor mehr als 3 Millionen Jahren natürliche Baumaterialien verwendet hätten, um ihre Höhleneingänge zu verschließen. Bis heute stieg der Pro-Kopf-Bedarf an mineralischen Rohstoffen dramatisch an. So verbraucht zum Beispiel jeder Bundesbürger im Verlauf von 70 Lebensjahren etwa 335 t Sand und Kies.(www.verband-steine-erden.de – abgerufen am 10.01.2015)

Im weiteren Verlauf seines Referates erläuterte Prof. Dr. Reimann das Tätigkeitsfeld eines Geologen bei der Firma Knauf. Dieses sei sehr vielfältig und reiche von der Rohstoffsicherung für einen Zeitraum von etwa 30 bis 50 Jahren über Kosten- und Rentabilitätsabschätzung für den Abbau der benötigten Rohstoffe bis zur Zusammenarbeit mit verschiedensten Institutionen aus den Bereichen Raumplanung, Politik und Naturschutz. Auch ein gutes Maß an Psychologie sei gefordert, denn man müsse sich auf die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Interessengruppen einstellen. Nach diesem interessanten Einblick in das Berufsfeld des Geologen bleibt nun die Frage spannend, ob sich der ein oder andere Teilnehmer der Geologiekurse am Gymnasium Steigerwald Landschulheim Wiesentheid tatsächlich aufmachen wird, um dieses vielfältige Fach zu studieren.

Text: Dr. Ulrike Sandmeyer-Haus / Bild: Harald Godron