„Ich bin so frei“

Neugier, Dazugehören, Coolsein, Erwachsensein wollen sind wichtige Einstiegsmotive für Jugendliche, Suchtmittel auszuprobieren und zu konsumieren. Bei dem Projekt „Ich bin so frei“ handelt es sich eine schulische Präventionsveranstaltung der Psychosozialen Beratungsstelle für Suchtprobleme des Caritasverbandes Kitzingen. Das Projekt wird durch Spenden an die Suchtberatungsstelle finanziert und setzt gezielt bei den jugendtypischen Zugangsweisen und Motiven an. Ziel ist die Stärkung des Selbstbewusstseins und ein kritischer Umgang mit Suchtmitteln und Suchtgefahren.

Das Projekt ist seit Jahren ein wichtiger Baustein zur Thematik “Suchtprävention” an unserer Schule. Auch in diesem Jahr können wieder alle 8. Klassen an der einen Schulvormittag dauernden Veranstaltung teilnehmen. Den Anfang machte am 07.11.2017 die Klasse 8a.

Das besondere an „Ich bin so frei“ ist, dass keine Lehrer anwesend sind und die Schüler im Stuhlkreis sitzen, oder sich in Kleingruppen zusammenfinden. Die Schüler sollen ihre eigenen Erfahrungen, Ideen sowie Fragen einbringen können. Zwei Sozialpädagogen der Suchtberatung Kitzingen (Alexandra Steigerwald und Tom Hupfer) gestalten den Vormittag. Da diese nicht an der Schule arbeiten, können die Schüler relativ schnell Vertrauen fassen und es entsteht eine Atmosphäre für einen offenen Austausch. Der Vormittag ist in drei Blöcke aufgeteilt. Zunächst wird in einem Theorieteil das Projekt und die Arbeit der Suchtberatungsstelle kurz vorgestellt, anschließend folgt ein praktischer Teil mit Rollenspielen. Im dritten Teil können die Schüler kreativ werden und Collagen bzw. Plakate zu bestimmten suchtrelevanten Themen anfertigen.

Den Suchtberatern geht es bei dem Projekt in erster Linie darum, den Schülern die Fähigkeit und die Stärke „Nein-zu-sagen“ zu vermitteln und sie für Risikobewusstsein und eigenverantwortliches Handeln zu sensibilisieren. Sie gehen dabei nicht mit dem erhobenen Zeigefinger auf die Jugendlichen zu, sondern versuchen Mechanismen aufzuzeigen, die dazu führen Suchtmittel zu konsumieren. Es handelt sich dabei nicht um ein klassisches Drogenseminar, weil das Thema Sucht viel mehr beinhaltet als nur Drogen, sondern greift das Thema Sucht mit all seinen Facetten auf. Das Projekt wird ganz bewusst in der 8. Jahrgangsstufe durchgeführt, weil die Schüler nun in einem Alter sind, in dem sie sich langsam von den Eltern lösen und immer mehr eigene Entscheidungen treffen müssen.

Text: Ralf Förster, Suchtbeauftragter Gymnasium Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid

Bild: Ralf Förster: Die Klasse 8a mit den beiden Sozialpädagogen während des Projektvormittages