Ist es noch weit nach Bethlehem?

Das Gymnasium Wiesentheid legt die Weihnachtsgeschichte musikalisch aus

Symbolisch machten sich die Chöre, Instrumentalisten, Solisten und die neu gebildete Musikklasse der 5. Jahrgangsstufe des Gymnasiums Wiesentheid auf den Weg nach Bethlehem, der auch in diesem Jahr wegen der Renovierung der Mauritiuskirche über Gerolzhofen führte. Im festlich geschmückten Steigerwalddom bedankte sich Schulleiter Hilmar Kirch nach der Begrüßung der sehr zahlreichen Zuhörer bei dem gastgebenden Dekan Stefan Mai, bei der Fachschaft Musik und beim Gesamtleiter Franz Huber. Wie in den letzten Jahren wird mit einem Teil der Spenden Sé, die Partnergemeinde Gerolzhofens, unterstützt.

Musikalisch eröffnet wurde das Konzert mit einem innig vorgetragenen Advent-Jodler für Chor, Streicher und Flöten (Leitung: Franz Huber). Es folgten bekannte und auch unbekannte adventliche Weisen, wobei das mittelalterliche „Verbum patris humanatur“ mit dem Bass-Solo von Peter Buss-Hüttner ebenso beeindruckte wie der vom großen Lehrerchor beschwingt vorgetragene spanische Hirtenruf. Deutlich vernehmen konnte man auch das Klopfen an die verschlossenen Türen bei der Herbergssuche in „Somebody is knocking at your door“.
Mit wunderbar weichem und duftigem Vortrag führte Rebekka Möhringer in zwei Sätzen aus einer Sonate von Sammartini für Altblockflöte, feinfühlig begleitet von Michael Kütt am Cembalo, zur „Krippe im Stall“.
Hier machte die Musikklasse der 5. Jahrgangsstufe (Leitung: Gerd Semle) nicht nur gesanglich, sondern auch mit verschiedensten Instrumenten dem Christkind ihre Aufwartung. „Mary’s Boychild“ wurde von den jüngsten Konzertteilnehmern mitreißend musiziert und zauberte den Zuhörern ein Lächeln in das Gesicht. Der große Schulchor folgte mit zwei wunderschönen Wiegenliedern („Mary had a baby“ und „Still, still, still“), gefühlvoll begleitet von Flöten (Rebekka Möhringer, Marina Haissig, Evi Semle), Streichern (Christine Gumann, Katja Rappelt, Gerd Semle und Continuo (Rachel Fromm, Gabriele Huber). Mit drei Stücken für Oberstimmen strahlte der Mädchenchor weihnachtlichen Glanz in beeindruckender Weise aus, wobei nicht nur das spanische „A la Nanita Nana“ besonders zu gefallen wusste.
Im Anschluss sorgten nun die „Rockband“ (Leitung: Gerd Semle) und die „Most Little Bigband“ (Leitung: Michael Kütt) für klangliche Vielfalt. Souverän boten die jeweiligen Bandmitglieder „Have yourself a merry little Christmas“, das legendäre „Imagine“ von John Lennon und augenzwinkernd „Frosty Rudi“ dar.
Den Weg nach Bethlehem beleuchtete im Anschluss die Musikklasse, die den Kanon „Christkind leuchte uns voran“ mit beherztem Einsatz intonierte und sodann musikalisch die Frage stellte: „Ist es noch weit nach Bethlehem?“ Die Antwort im Lied lautete: „Ja, schon sind wir da“.
Nun konnte sich Lob und Preis über die Menschwerdung Gottes in den abschließenden Chorstücken „Heut ist der Tag der Freude“ und „Sei uns mit Jubelschalle“ freudig und jubelnd Luft schaffen und das gesamte hochkonzentrierte Auditorium, das bisher auf Applaus zwischen den Stücken verzichtet hatte, durfte beim gemeinsamen „Es ist ein Ros’ entsprungen“ kräftig mitsingen und daraufhin als verdienten Lohn für alle Beteiligten langanhaltend applaudieren.

Text: Markus Henneberger
Foto: Elmar Halbritter (eine entsprechende Bildgalerie folgt in Kürze)