Junge Meteoritenforscher unterwegs – Fünftklässler auf Exkursion im Nördlinger Ries

 

Vor etwa 15 Mio. Jahren schlug ein rund 1.2 km großer Meteorit mit ca. 70 000 Stundenkilometern in der östlichen Schwäbischen Alb ein. In diesem sogenannten „Ries-Ereignis“ wurde der heutige Rieskrater um die Stadt Nördlingen herum ausgebildet.

Mit deutlich weniger Geschwindigkeit, aber voller Energie und Tatendrang trafen am 08. Mai 2018 insgesamt 42 Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen des Gymnasium Steigerwald-Landschulheim in dem Rieskrater ein. Im Rahmen des Geographieunterrichts hatten die Fachlehrer Jutta Köhler und Harald Godron eine Tagesexkursion organisiert, bei denen die Jugendlichen auf den Spuren des Meteoriten das Nördlinger Ries erforschen sollten. Begleitet wurden sie zudem von 9 Schüler*innen der 11. Klasse, die mit Ulrike Sandmeyer-Haus einen Lernzirkel für die jüngeren Mitschüler im Steinbruch Alte Bürg durchführten.

Bei herrlichem Frühsommerwetter begann der Exkursionstag mit einer rund zweistündigen Busanreise. In Nördlingen angekommen stand zunächst ein kleiner Stadtrundgang und der Aufstieg auf den Turm der St.-Georgs-Kirche, den sog. “Daniel”, auf dem Programm. Danach konnten die Schüler*innen im sehenswerten Rieskrater-Museum von Nördlingen während einer fachkundigen Führung alles Wissenswerte über die damalige Naturkatastrophe erfahren. Kaum ein Exkursionsteilnehmer zeigte sich nicht beeindruckt von der ungeheuren Geschwindigkeit, mit der der Meteorit auf der Erdoberfläche auftraf und welche landschaftsverändernden Folgen dieser Aufprall binnen weniger Sekunden hatte.

Nach einer kurzen Mittagspause fuhren die motivierten Meteoritenforscher dann in den Steinbruch Alte Bürg, wo die Oberstufenschüler in der Zwischenzeit die verschiedenen Stationen des Lernzirkels vorbereitet hatten. Mit viel Geduld und Begeisterung gaben dann die älteren Mitschüler ihr neu erworbenes Wissen über den am Kraterrand vorherrschenden Gesteinsaufbau an die lebendigen und interessierten Fünftklässler weiter. Für die Begleitlehrer*innen war es sehr schön zu beobachten, wie die großen und kleinen Schülerinnen und Schüler miteinander und auch voneinander lernten. An diesem sommerlichen Exkursionstag zeigte sich wieder einmal deutlich, wie wichtig derartige Unterrichtsstunden vor Ort im Gelände für einen abwechslungsreichen Geographieunterricht sind. Da machte es allen Teilnehmern auch gar nichts aus, dass der Schultag nach der längeren Busfahrt zurück erst gegen 18.30 Uhr endete. Die kleinen Meteoritenforscher waren nur traurig, dass der Gesteinsbrocken aus dem All beim Aufprall vollständig verdampft ist. Zu gerne hätten die Jugendlichen ein kleines Meteoritenstück als Andenken von diesem aufregenden Tag mit nach Hause genommen.

Text: Harald Gordon
(Fotos 1-3: Harald Godron / 4-5: Jutta Köhler)