Neujahrsempfang am Gymnasium in Wiesentheid

LSHNeujahrsempfang

Am 30. Januar fand am Gymnasium Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid erstmals ein Neujahrsempfang statt, zu dem die Schulleitung – in Kooperation mit dem Markt Wiesentheid – eingeladen hatte.
Zahlreiche Vertreter der öffentlichen Lebens und der Wirtschaft fanden sich im Forum der Schule ein und wurden von OStD Hilmar Kirch als Hausherren sowie von Dr. Werner Knaier, 1. Bürgermeister des Marktes Wiesentheid, und von Frau Landrätin Tamara Bischof, einer der Vorsitzenden des Zweckverbandes Bayerische Landschulheime (dem Träger der öffentlichen Internatsschulen in Wiesentheid und Gaibach sowie an zwei weiteren Standorten im Regierungsbezirk Oberbayern) begrüßt.
Nach einem Musikstück einer Schüler-Rockband (geleitet von GL Gerd Semle) stellte OStD Kirch das Gymnasium Steigerwald-Landschulheim vor – eines von vier öffentlichen Gymnasien im „Bildungslandkreis Kitzingen“, wie von Frau Landrätin schon vorher betont wurde. Ungewöhnlich ist sicherlich die Tatsache, dass an einem doch relativ kleinen Standort ein Gymnasium existiert – was historische Gründe hat, aber von großem Vorteil hinsichtlich des kurzen Schulwegs für die momentan etwa 650 Externschüler aus Wiesentheid und der näheren Umgebung ist. Über 100 Schüler besuchen das schuleigene Internat, darunter auch einige aus dem Ausland, wie z. B. Ägypten, Russland und der Tschechischen Republik.
Das Gymnasium bietet drei verschiedene Ausbildungsrichtungen an, nämlich die naturwissenschaftlich-technologische, die sprachliche und auch – als einziges Gymnasium im Landkreis Kitzingen! – die sozialwissenschaftliche.
Ein kurzer Videofilm, hergestellt von einer Schülergruppe unter Leitung von GL Axel Weiß, informierte die Gäste über die verschiedenen Aktivitäten, die am Wiesentheider Gymnasium zum regelmäßigen Programm gehören, z. B. Theater- und Musikabende, Schulsportkurse und das traditionelle Zeltlager der 5. Klassen am Ende des Schuljahres.
Anschließend berichtete StD Wolf-Dieter Gutsch über das – für ein relativ kleines Gymnasium im ländlichen Raum – doch recht breite Programm an verschiedenen Maßnahmen des Schüleraustausches mit anderen Ländern, die sich in das Bildungsziel „Erziehung zu Verantwortungsbewusstsein, Toleranz und Weltoffenheit“ des Wiesentheider Gymnasium einordnen: momentan führt die Schule Schüleraustausch mit vier Ländern durch, nämlich Frankreich und Israel sowie Ukraine und Tschechien.
Während die Kontakte zu den beiden erstgenannten Ländern noch relativ jung sind, kann bei der Partnerschaft mit der Ukraine (seit 15 Jahren) und der Tschechischen Republik (seit 20 Jahren) auf eine lange Tradition und stetig gewachsene Freundschaft zurückgeblickt werden.
Derzeit ist das Gymnasium Steigerwald-Landschulheim übrigens das einzige bayerische Gymnasium, welches eine aktive Partnerschaft mit einer Schule in der Ukraine unterhält!
Insbesondere die Beziehungen zum Gymnázium F. X. Saldy in Liberec (dem ehemaligen Reichenberg) in Norden der Tschechischen Republik sind stark ausgeprägt: neben dem alljährlichen Schüleraustausch bietet der Schul- und Förderverein des Steigerwald-Landschulheimes (in Kooperation mit der EUREGIO EGRENSIS in Marktredwitz) seit 1993 auch jedes Jahr einem oder mehreren Schülern des tschechischen Partnergymnasium ein einjähriges Stipendium für ein Gastschuljahr in Wiesentheid an – als einziges Gymnasium im Regierungsbezirk Unterfranken!
Momentan besuchen 4 Mädchen aus Liberec in Wiesentheid die 11. Klasse des Gymnasiums – und fühlen sich hier nicht nur äußerst wohl, sondern gut aufgehoben und bestens betreut!
Ein Musikstück für Klavier und Oboe, dargeboten von Musiklehrer OStR Michael Kütt und einer Schülerin, leitete dann zu einer kurzen Vorstellung des schuleigenen Internats und des Tagesheims durch Internatsleiter StD Elmar Halbritter über, der auch speziell auf die Unterschiede zwischen „Ganztagsbetreuung“ und dem Wiesentheider Modell des „Tagesheimes“ mit Mittagessen und fachlicher Betreuung während der anschließenden Studierzeit einging.
Eine Schülerin und ein Schüler der sogenannten „Profilklasse“ stellten dann diese am Wiesentheider Gymnasium angebotene besondere Form eines Weges zum Abitur vor: begabte und interesse Absolventen der Realschule besuchen bzw. wiederholen hier die 10. Jahrgangsstufe, werden gemeinsam mit „normalen“ Gymnasiasten unterrichtet und im Laufe eines Jahres auf sanftem Wege auf den Arbeitsstil und die Anforderungen der Oberstufe des Gymnasiums vorbereitet und können dann – relativ problemlos! – ihr Abitur machen und damit die Allgemeine Hochschulreife erwerben.
Schließlich stellte StD Ulrich Bäumler, Fachbetreuer für Geschichte und Sozialkunde, speziell noch die sozialwissenschaftliche Ausbildungsrichtung des Wiesentheider Gymnasiums vor. Mit seinen zahlreichen Aspekten zur Förderung von sozialen Kompetenzen, z. B. Praktika in Kindergärten, Durchführung von Sport- und Spielnachmittagen sowie Klassenfahrten mit Behinderten und der geplanten Betreuung von Senioren im hiesigen Altersheim leistet dieser Gymnasialzweig einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung des öffentlichen Lebens am Ort sowie im Landkreis!
Zu guter Letzt kam mit Dr. Stefan Möhringer, dem Leiter eines namhaften Wiesentheider Industriebetriebes, auch ein ehemaliger Schüler des Wiesentheider Gymnasiums zu Wort: er bot an, dass er und andere Personen aus der lokalen Wirtschaft gerne bereit wären, den Unterricht in einschlägigen Fächern und Kursen durch Vorträge und Unterrichtssequenzen zu bereichern!
Abschließend bat OStD Hilmar Kirch die Anwesenden in den Speisesaal der Schule, wo Getränke und ein kleiner Imbiss – zubereitet von den Damen der Schulküche – warteten und ausgiebig Gelegenheit zum persönlichen Gespräch bestand. Für die Bewirtung sorgten Internatsschülerinnen, die musikalische Umrahmung am Piano übernahm abermals OStR Michael Kütt und sorgte damit für einen angenehmen Ausklang des ersten Neujahrsempfangs am Gymnasium Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid.

(Verfasser: StD Wolf-Dieter Gutsch)

 

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