Pinakothek der Moderne – Kann man das trinken?

Am 22.12.2016 brachen die Kunstkurse der Q12 des LSH Wiesentheids auf, um sich die Kunstwerke, welche sie sonst nur von Powerpointpräsentationen kennen, einmal vor Ort anzuschauen. Das Ziel der Exkursion war die Pinakothek der Moderne in München. Zusammen mit Frau von Hayek und Herrn Steinbacher fuhren die Schüler früh morgens los.
In München angekommen fing das Programm gleich an. Im Museum, dessen Name sich vom griechischen Wort „pinax“ ableitet, was soviel wie „Schreibtafel“, „Brett“ bedeutet, wurde die Gruppe nach einer gemeinsamen Einführung halbiert. Eine Hälfte wurde von Dr. Barbara Dabanoglu und die andere von Jes Walter geführt.


Zu Beginn betrachteten wir das Werk „Crucifixion-Triptychon (linker Flügel)“, welches 1965 von britischen Künstler Francis Bacon geschaffen wurde. In diesem dreiteiligen Werk porträtierte er einen Akt der Kreuzigung auf eine verworrene, verzerrte, dennoch grausame Art und Weise. Das hinter einer reflektierenden Verglasung ausgestellte Werk erscheint zunächst undurchsichtig, jedoch wird schnell klar, dass es Bacons Intention war Kritik an der Passivität und dem „Wegschauen“ von einem Verbrechen auszuüben. Denn dadurch würde man sich genauso der Mittäterschaft schuldig machen, weswegen vor allem diesem Werk eine aktuelle Brisanz inne wohnt.
Wer jedoch denkt, dass hier nur Gemälde ausgestellt sind, der irrt. Ebenso unkonventionelle Kunst hat ihren Weg in die Pinakothek gefunden, so zum Beispiel das Werk von Joseph Beuys, einem deutschen Aktionskünstler. Seine Installation „Das Ende des 20. Jahrhunderts“ aus dem Jahre 1983 besteht aus 44 vulkanischen Basaltsteinen. In eben diese hat er kegelförmige Kerne herauslösen lassen, wodurch das Stillleben zu einem Kontrast zwischen unberührter Natur und menschlichen Eingriff, zwischen dem Alten und dem Neuen wurde.
Das genaue Gegenteil zum stoischen Stillleben ist nur einige Meter weiter entfernt: das Werk mit dem Titel „Blütenstaub von Kiefern“ kreiert von Wolfgang Laib in den Jahren 1983-1986. Zunächst ist nur ein unscheinbar gelbes Quadrat auf grauem Hintergrund zu sehen, jedoch handelt es sich hierbei nicht um Farbe, sondern wie der Titel bereits erahnen lässt, um Blütenstaub. Auch hier erschafft Laib eine Spannung, indem er das Naturprodukt Pollen in eine rationale, mathematische Form bringt. Im Gegensatz zu dem zeitlosen Werk Beuys besticht diese Installation durch ihre Fragilität, ihre Flüchtigkeit und ihre Vergänglichkeit. Dabei erinnert es an die meditativen Gemälde von Mark Rothko. Des Weiteren folgten Kunstwerke von Anslem Kiefer, Andy Warhol, Jeff Walls, Willhem de Kooning, und Neo Rauch.
Anschließend zur Führung hatten wir Zeit, um die Stadt München auf eigene Faust zu erkunden. Dabei erhielten wir von den Lehrkräften die Empfehlung den Viktualienmarkt zu besuchen, den Alten Peter zu besteigen oder uns die gotische Frauenkirche anzuschauen. Um 16:30 endete die Exkursion mit der Heimfahrt.

Sebastian Schmidt, Sisco Jung