Polen – ein faszinierendes Reiseziel für Studienfahrten

Schüler*innen unserer Q11 auf Abschlussfahrt in Polen

In den letzten Tagen eines Schuljahres finden an vielen Gymnasien die Abschlussfahrten der Oberstufte statt. Während die allermeisten Studienfahrten die Teilnehmer*innen in die klassischen Reiseländer Italien, Frankreich, Spanien oder England führen, fährt unser Gymnasium schon seit vielen Jahren zweigleisig. Die eine Hälfte der Jugendlichen der 11. Klassen fuhren vom 19. bis zum 27. Juli 2017 nach Sorrent in Italien, um die Sehenswürdigkeiten rund um den Vesuv und Neapel zu erkunden. Die zweite Gruppe hingegen brach genau zum selben Zeitpunkt in die entgegengesetzte Richtung auf: in unser östliches Nachbarland. Die Studienfahrt nach Polen bildet sozusagen den krönenden Abschluss der an unserer Schule ausgeprägten Ostorientierung. So werden in der Mittelstufe Austauschbegegnungen mit einer Schule in Liberec (dem ehemaligen Reichenberg) in Tschechien und einer Schule im ukrainischen Nowograd-Wolhynsk angeboten. Nun aber führte eine insgesamt neuntägige Studienfahrt in ein für die Schüler*innen zunächst weitgehend unbekanntes und nicht selten mit Vorurteilen behaftetes Nachbarland.

Am Abfahrtstag, dem 19. Juli 2017, hatten sich 39 Schülerinnen und Schüler der Q11 und ihre Begleitlehrer Harald Godron, Barbara Pfeuffer und Ulrike Sandmeyer-Haus, auf den über 2300 km langen Weg quer durch Polen gemacht. Die Studienfahrt führte die Teilnehmer*innen nach Posen, Lodz, Krakau und schließlich Breslau. Sie bot damit einen vielschichtigen Einblick in die Geographie, Historie und die wirtschaftliche Entwicklung dieses Landes im Zentrum Europas. Als Vorbereitung hatten die Oberstufenschüler*innen vorher schon per Rundmails viele Informationen über die wechselvolle Geschichte des Landes, die kulturelle Vielfalt und die unterschiedlichen Landschaften erhalten. Nun aber konnten die Jugendlichen während eines abwechslungsreichen Besichtigungsprogramms im wahrsten Sinne des Wortes „erfahren“, wie faszinierend die besuchten Städte und Sehenswürdigkeiten in Wirklichkeit sind. Sie wurden für die politische Geschichte des Landes sensibilisiert und konnten die Hinterlassenschaften aus der Zeit des Nationalsozialismus und des Kommunismus in Polen vor Ort besichtigen. Vor allem der vierstündige, bewegende Rundgang durch die Gedenkstätten des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz und Auschwitz-Birkenau machte die Teilnehmer*innen sehr betroffen. In einer kurzen, sehr berührenden kleinen Gedenkfeier legten sie Blumen am Mahnmal für die Toten der NS-Gewaltherrschaft nieder. Nicht zuletzt dadurch konnte das Bildungsziel, die kommenden Generationen zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit der geschichtlichen Vergangenheit zu erziehen, damit sie in Zukunft in einer globalisierten Welt tolerant und weltoffen handeln, sehr gut gefördert werden. Bei der Fahrt im Juli 2017 bekamen die Schüler*innen aber auch einen aktuellen Einblick in die Tagespolitik unserer polnischen Nachbarn. Angesichts der damals stattfindenden friedlichen Demonstrationen gegen die in Polen geplante Justizreform erfuhren sie in nahezu jeder Stadt, wie große Teile der polnischen Bevölkerung quer durch alle Altersschichten hindurch ihren Protest gegen die geplanten Veränderungen auf demokratische und friedvolle Weise kundtaten.

Einen besonders nachhaltigen Eindruck hinterließ auch die fast schon südländisch anmutenden Atmosphäre in den Städten bei den Studienfahrern und -fahrerinnen. Sie genossen die ausgelassene, fröhliche Stimmung und das Angebot in den Cafés und Restaurants rund um die Marktplätze, den Ryneks. Die modernen Einkaufszentren luden außerdem nicht nur die weiblichen Studienfahrerinnen zu einer ausgiebigen Shoppingtour ein.

Als dann am 27. Juli 2017 die Studienfahrt in Wiesentheid wieder zu Ende ging, waren sich alle Teilnehmer*innen einig: Polen ist ein faszinierendes Reiseland, das sich bestens für eine Studienfahrt eignet. Der eine oder andere Jugendliche hat sich sogar vorgekommen, privat noch einmal in den Osten zu reisen, um die ersten, kurzen Eindrücke noch weiter zu vertiefen und neue Landesteile unseres östlichen Nachbarlandes zu entdecken.

Verfasser: OStR Harald Godron / Fotos: Barbara Pfeuffer