Projekt Juniorwahl – das LSH im „Wahlfieber“

Seit 2013 hat das Gymnasium Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid bereits drei Mal an den Juniorwahlen teilgenommen, im Rahmen der Landtagswahl in Bayern am vergangenen Sonntag bereits das vierte Mal. Im Zeitraum vom 8. bis 12. Oktober 2018 konnten am LSH Schüler*innen von der 8. bis zur 12. Jahrgangsstufe an dieser Wahl teilnehmen. Insgesamt stimmten 100.000 Schüler*innen an bis zu 500 Schulen in ganz Bayern ab.

Aber was ist die Juniorwahl? Die Juniorwahl macht Demokratie zum Schulfach. Es geht um das Üben und Erleben der Demokratie, schon vor Erreichen des Wahlalters. Seit 1999 wird sie bundesweit zu Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen durchgeführt.

Grundsätzlich beinhaltet das Projekt zwei Säulen: Zum einen den Unterricht (im Fach Sozialkunde, Deutsch und Englisch), in dem die Jugendlichen etwas über die Wahlen und deren Ablauf lernen. Im Fach Englisch wurden die Wahlinformationen in der Fremdsprache vermittelt und zwar aus der Sicht von in Deutschland stationierten Amerikanern, was das Ganze noch interessanter machte. Zum anderen die sich daran anschließende Wahl, für die die Schüler*innen Wahlbenachrichtigungen erhalten, in einem (Klassen-)Wählerverzeichnis eingetragen werden, bei der es einen Wahlvorstand gibt und natürlich Wahlkabinen, in denen die Schüler geheim ihre Stimmen abgeben können.

Bevor die Schüler*innen wählten, konnten sie u.a. im Sozialkundeunterricht mit Hilfe des Wahl-O-Mats herausfinden, welche Partei die passende für sie ist, wobei die Ergebnisse nur als Vorschläge und Orientierungshilfe zu verstehen sind.

Am LSH nahmen an die 200 Schüler*innen an der Juniorwahl anlässlich der Landtagswahl teil. Bei den Erst- und den Zweitstimmen erhielten Bündnis90/Die Grünen, ebenso wie bayernweit bei der Juniorwahl, die meisten Stimmen: 28,2 Prozent der abgegebenen Erst- und Zeitstimmen, während die CSU 22,8 Prozent und die SPD 10,8 Prozent erhielt. Im Vergleich zu den Ergebnissen der tatsächlichen Landtagswahl ist anzumerken, dass die Grünen auch hier insgesamt sehr gut abgeschnitten haben und mit 17,5 Prozent der Zweitstimmen zweitstärkste Partei sind, während die CSU zwar die meisten Stimmen bekommen hat, aber über 10 Prozentpunkte verloren hat. Die Ergebnisse der Junior- und Landtagswahl wurden zu Beginn der Woche mit den Schüler*innen analysiert und verglichen und Fazit war bzw. ist, dass die Wahlergebnisse der Jugendlichen und tatsächlichen Wähler*innen nicht sehr voneinander abweichen.

Alles in allem war die Reaktion auf die Teilnahme an der Juniorwahl sehr positiv. Die Jugendlichen freuten sich, dass sie ihre Stimmen abgeben durften und einmal den Ablauf einer „normalen“ Wahl kennen lernen konnten. Die Teilnahme an diesem Projekt war für viele eine neue, interessante und sehr lehrreiche Erfahrung, während manche Schüler*innen durch die mehrmalige Teilnahme an diesem Projekt mittlerweile schon „alte Hasen“ beim Wählen sind. Barbara Stamm, die Präsidentin des Bayerischen Landtags und Bernd Sibler, der Bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus, die die Schirmherrschaft für die Juniorwahl in Bayern übernommen haben, betonen, dass die Juniorwahl einen wichtigen Beitrag dazu leistet, dass sich junge Menschen schon vor ihrem 18. Geburtstag intensiv mit Politik und ihren demokratischen Rechten beschäftigen. Dem kann man nur zustimmen, denn eine Juniorwahl kann die Schüler*innen praxisnah auf das spätere Wählen vorbereiten.

Text und Fotos: Eva Burkard