Regen in der Wüste – Palmen im Schnee – Schüleraustausch mit Israel

12.02.2015. 5 Uhr morgens. Buswendeplatz Wiesentheid. Nur müde Gesichter und große Koffer. Wir – 18 Schüler und 2 Lehrer – starten in Richtung Frankfurt Flughafen, Flug LY 358 nach Tel Aviv hebt pünktlich ab.
Alle wurden von diversen Ängsten, die von Übergepäck bis Ausreiseverbot reichten, geplagt. Diese wurden durch die Vorfreude, als wir tatsächlich alle im Flugzeug saßen, ersetzt. Die Reise konnte beginnen. Unser erstes Wochenende verbrachten wir in unseren Gastfamilien, die uns mit reichlich Essen sowie kleineren und größeren Unternehmungen beglückten. Einige von uns erlebten ihren ersten Shabbat, manche traditioneller als andere. Unser erster gemeinsamer Programmpunkt am Sonntag war die Altstadt Jerusalems. Ilan Mizrahi entführte uns zu vielen interessanten Plätzen, wie der Klagemauer, der Via Dolorosa (dem Kreuzweg Jesu) und der Grabeskirche. Das war alles sehr beeindruckend.
Auch am nächsten Tag wurde Jerusalem nochmal unter die Lupe genommen. Der Markt – mit all seinen Facetten, farbenfrohen Produkten, unfreundlichen Verkäufern, ungewohntem Handeln und Feilschen um den Preis – brachte uns alle zum Staunen.
Der Dienstag stand unter dem Thema der deutsch-israelischen Geschichte. Wir besuchten das Denkmal Yad Vashem. Dort hatten wir eine 3-stündige Führung und am Ende stand ein Treffen mit einem Überlebenden des Holocausts an. Dieser erzählte uns auf Deutsch seine Geschichte.
Bis dahin hatte das Wetter noch gut mitgespielt und wir erlebten alles wie geplant. Das sollte sich am Mittwoch, als wir Masada, eine Festung in der Wüste, und das Tote Meer besuchten, ändern. Beim Besichtigen der Burg auf einem Felsplateau durften wir die Sonne noch genießen, wie man es sich in einer Wüste vorstellt. Als es dann aber weiterging ans Tote Meer, worauf sich alle sehr freuten, hatten wir das „Große Glück“ während unseres Besuchs einmal Regen in der Wüste mit zu erleben, was auch tatsächlich nur fünfmal im Jahr vorkommt.
Doch nun ging es kurios weiter mit dem Wetter. Schnee war angesagt. Die Vorbereitungen wurden schon getroffen: Schule geschlossen, Internatler nach Hause geschickt, Speisekammern aufgefüllt. Doch wer rechnet schon damit, dass es wirklich schneit?- Tja, aber so war es dann – am Freitagmorgen lag Jerusalem unter einer 10cm hohen Schneedecke – das passiert alle 4 Jahre – wieder ein Ereignis, das nicht jeder miterlebt. Aber das wirklich Interessante daran war der leicht überforderte Umgang der Israelis mit diesem Wetter.

Palmen im Schnee
Die drei freien Tage, die dadurch entstanden sind, wurden selbständig von jeder Gastfamilie genutzt, wobei Auto fahren, Bus oder Straßenbahn nutzen, unmöglich war und wir uns die meiste Zeit zuhause verkrochen.
Am Sonntag war das Schneewunder aber glücklicherweise schon wieder vorbei und es ging in die moderne Stadt Tel Aviv, wo wir den Ariel-Sharon-Naturpark besichtigten. Hierbei handelt es sich um einen Jahrzehnte angesammelten Müllberg, der zu einem wunderschönen Naturpark wurde. Ebenso besichtigten wir diesmal bei 18 Grad und Sonnenschein die Altstadt von Tel Aviv.
An unserem vorletzten Tag besuchten wir mit einer Lehrerin der palästinensischen Schule Bethlehem, die Geburtskirche Jesu und den Markt. So bestand dann auch die Möglichkeit die letzten Souvenirs zu besorgen.
Am Abend war nochmal ein gemeinsames Abendessen mit allen Beteiligten und eine Abschlussrunde. Hier wurde über die gemeinsam erlebte Zeit gesprochen, gut und reichlich gegessen und viel gelacht.
Am Dienstag früh ging es dann zum Flughafen. Während bei dem einen schon die Vorfreude auf ein sauberes, pünktliches Deutschland wuchs, war bei dem anderen Teil der Gruppe noch die Trauerstimmung des Abschieds angesagt. Aber ein Wiedersehen ist bei vielen Teilnehmern geplant und das Internet gibt es ja auch noch…
Der Heimflug geschah ohne Vorkommnisse. Flug LY 355 kam pünktlich und landete ohne Verspätung in Frankfurt, wo der Bus bereits auf uns wartete.
Abends. 22:00 Uhr. Zurück im eigenen Bett, dachte jeder nochmal über die letzten 12 eindrucksvollen und überwältigenden Tage nach.

Lea Biberger, Elena Bergmann (Q11)