Schreib für Freiheit in der Vorweihnachtszeit – Der Briefmarathon von Amnesty International


„Briefeschreiben kann Leben retten! Das zeigt der weltweite Briefmarathon, den Amnesty International jedes Jahr rund um den Tag der Menschenrechte am 10. Dezember startet. Dabei schreiben Hunderttausende Menschen in allen Teilen der Welt innerhalb weniger Tage Millionen Briefe. Sie drücken darin ihre Solidarität mit Menschen aus, die in Gefahr sind, und sie appellieren an Regierungen, die Menschenrechte zu achten. Jeder Brief zählt – denn jeder Brief kann Folter verhindern, Menschen vor unfairen Prozessen schützen und Leben retten.“ Mit diesem Aufruf wirbt Amnesty International für eine Teilnahme an ihrer Aktion.

Und diesem Aufruf folgen auch dieses Jahr wieder viele Menschen, die in 180 Ländern, vom 29.11. bis 23.12.2018, an dieser Aktion teilnehmen konnten. Dies hat auch die Schulfamilie des Gymnasiums Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid (LSH) getan, vor allem Schüler in den Jahrgangsstufen 8 bis 12 u.a. in den Fächern Ethik und Sozialkunde. Am Ende dieser Aktion hatten die Jugendlichen knapp 430 Petitionen unterschrieben und abgegeben. Es gab auch Schüler, die so engagiert waren, dass sie die Petitionen selbst vervielfältigten und weitere Unterschriften in ihren Familien sammelten, also auch ihr außerschulisches Engagement geweckt werden konnte. 

Für die Teilnehmer an dieser Aktion ist es eine Kleinigkeit eine Petition zu unterschreiben, aber für die Betroffenen sind die Petitionen ein Hoffnungsschimmer und eine Erinnerung daran, dass ihr Schicksal weltweit Aufmerksamkeit bekommt, denn „Nichts ist wirksamer als internationale Aufmerksamkeit. Je mehr Menschen beim Briefmarathon mitmachen, desto größer ist der Druck auf die für Menschenrechtsverletzungen verantwortlichen Regierungen. Ein einzelner Brief kann vielleicht ignoriert werden, aber nicht Tausende“, sagt der Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland Markus N. Beeko.

„Für Schülerinnen und Schüler ist der Briefmarathon eine tolle Möglichkeit, sich mit dem Wert der Menschenrechte auseinanderzusetzen. Sie lernen die Situation von realen Menschen kennen, deren Menschenrechte akut verletzt werden, setzen sich mit den jeweiligen Rechten auseinander, lernen verschiedene Perspektiven einzunehmen, sich mit unterschiedlichen Meinungen auseinanderzusetzen, und haben dann die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und sich direkt für Menschen in Gefahr einzusetzen.“ So beschreibt es Amnesty International sehr treffend in ihrer Information zum Briefmarathon.

Jedes Jahr stellt Amnesty International das Schicksal einiger Menschenrechtsaktivisten in den Vordergrund, wie z.B. das von Atena Daemi, die sich gegen die Todesstrafe im Iran einsetzt und aufgrund dessen inhaftiert ist, oder auch Nonhle Nbuthuma, die sich in Südafrika gegen ein Bergbauunternehmen wehrt, das Titan auf dem Land der Amadiba (einem Volk, welchem sie angehört) abbauen will. Auch diese beiden Aktivistinnen unterstützen die Schüler am LSH mit ihren Unterschriften und zeigen auf diese Art sowohl Solidarität mit ihnen, als auch ihre Toleranz, ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Empathie. Die Vermittlung dieser Werte passt auch zur Friedenserziehung, die in diesem Jahr bei den Weltethos-Schulen, zu denen das LSH gehört, im Vordergrund steht.

Abschließend möchte ich mich ganz herzlich bei allen bedanken, die so fleißig Petitionen unterschrieben haben oder auch selbst Unterschriften gesammelt haben und so zum Gelingen dieser Aktion beigetragen haben, in der Hoffnung, dass all diese Unterschriften bald zur Verbesserung der Situation dieser Menschenrechtsaktivisten beitragen werden.

Text: Eva Burkard

Bild 1: Schüler des Q12-Sozialkundekurses 2sk1 mit ihren unterschriebenen Petitionen (Foto: Eva Burkard)

Bild 2 & 3: Alle unterschriebenen Petitionen vom LSH (Foto: Eva Burkard)