Schüleraustausch mit dem Gymnázium F. X. Šaldy Liberec

Besuch in Wiesentheid vom 15. – 22. 04. 2015

Nachdem Anfang Oktober des letzten Jahres 22 Schülerinnen und Schüler der neunten Jahrgangsstufe (davon 18 Mädchen und nur 4 Jungen!) zum Schüleraustausch für eine Woche in Liberec waren, erfolgte traditionell der Gegenbesuch in Wiesentheid direkt in der Zeit nach den Osterferien.
Auf tschechischer Seite war die ganze Klasse 2.N der Deutschen Abteilung am Gymnázium F. X. Šaldy beteiligt, d. h. es mussten insgesamt 28 Schülerinnen und Schüler aufgenommen und somit für 6 Schülerinnen und Schüler zusätzliche Unterkünfte gefunden werden. Dankenswerterweise erklärten sich einige Familien zur Aufnahme zusätzlicher Gäste bereit, sodass alle Schülerinnen und Schüler der Klasse 2.N auch wirklich untergebracht werden konnten.
Das inzwischen mit viel Erfahrung organisierte und durchgeführte Programm in Wiesentheid empfanden sowohl die deutschen wie auch die tschechischen Schüler und Kollegen wieder als sehr abwechslungsreich, interessant und gewinnbringend.
Als Thema, mit dem sich die Schüler in binationalen Gruppen während des Austausches beschäftigten, hatte man in diesem Schuljahr „Stadt und Land – ein Vergleich“ gewählt. Die deutschen und tschechischen Schüler erarbeiteten Referate und Schautafeln zur Funktion, Geschichte, Qualität und Zukunftsperspektiven des Lebens auf dem Lande und in der Stadt, über die Entwicklung von Großstädten und auch den Vergleich von urbanen Zentren wie etwa Prag und Berlin.
Daneben war es aber auch wichtig, den tschechischen Gästen ein wenig von unserer näheren und weiteren Heimat zu zeigen, z. B. bei einem geführten Spaziergang durch Wiesentheid mit seinem Schlosspark, bei einer Busrundfahrt rund um die Volkacher Mainschleife (sachkundig geleitet vom Vater einer teilnehmenden Schülerin!), bei ganztägigen Exkursionen nach Würzburg und nach Nürnberg sowie bei einem Ausflug zur Besichtigung von Schloss Weißenstein in Pommersfelden.
In Würzburg wurden u. a. die Festung Marienberg sowie die Residenz besichtigt, ein Schülervater bot eine beeindruckende Führung durch den riesigen Weinkeller unter der Residenz an. Neben der historischen Altstadt in Nürnberg (hier führte eine Schülermutter die Gruppe!) fand auch der Besuch des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände großes Interesse bei deutschen und tschechischen Schülern.

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Die Besichtigung von Schloss Weißenstein in Pommersfelden erfolgte auf Einladung der gräflichen Familie Schönborn-Wiesentheid und zeigte den tschechischen Gästen eines der ersten großen Barockschlösser Deutschlands, erbaut von den auch in Böhmen eifrig tätig gewesenen Baumeistern Johann Dientzenhofer und Johann Lucas von Hildebrandt.
Dass auch der 1. Bürgermeister des Marktes Wiesentheid die tschechischen Gäste im Rathaus empfängt und ihnen dabei die Marktgemeinde vorstellt, ist inzwischen eine liebgewordene und langjährige Tradition geworden, ebenso der Abschiedsabend im Sportheim des TSV 05 Wiesentheid am Tage vor der Rückfahrt der Gäste. Hier gab es also ein letztes großes Treffen der deutschen Gastgeber mit ihren Eltern und den tschechischen Gästen – sowie ausreichend Gelegenheit, sich bei Speis und Trank gegenseitig auszutauschen bzw. noch näher kennenzulernen. Auch manche Pläne für die Zukunft wurden geschmiedet, z. B. gegenseitige Besuche in den Ferien geplant.
Am nächsten Morgen fuhren die tschechischen Gäste dann wieder Richtung Heimat – allerdings mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung bei der Busabfahrt, weil das Abschiednehmen manchen doch sehr schwer fiel und dabei die eine oder andere Träne vergossen werden musste!
Die tschechische Gruppe wurde von den Deutschlehrerinnen Eva Hlaváčková und Kerstin Dehmelt begleitet, für die Organisation und Realsierung des Programms sorgten auf deutscher Seite die Lehrkräfte Ines Dillenberger und Ralf Förster.
Ohne die finanzielle Unterstützung des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) in Bonn, des Bayerischen Jugendrings (BJR) in München sowie auch des Marktes Wiesentheid wäre der Austausch übrigens wohl nicht möglich gewesen !

Ralf Förster