Schulprofil

Das Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid ist ein Öffentliches Gymnasium mit Internat und Tagesheim für Jungen und Mädchen. Es wird als eine von vier Internatsschulen vom Zweckverband Bayerische Landschulheime unterhalten. Getreu der Maxime der Landschulheimbewegung werden unsere Internatsschülerinnen und -schüler ganzheitlich erzogen. Die Jugendlichen sollen hier vor allem Lebenskompetenz erwerben. Die Schülerinnen und Schüler können die Herausforderungen nur dann bewältigen, wenn sie selbst aktiv werden. Leben in einem Internat bedeutet auch immer „Leben in einer Gemeinschaft“. Hier muss der Einzelne nicht nur lernen sich zu behaupten, sondern auch Rücksichtnahme und Toleranz entwickeln. Dies ist an unserem Landschulheim der Fall. Bei uns werden die Lehrkräfte von Erzieherinnen und Erziehern unterstützt, die nicht nur als Wissensvermittler erlebt werden, sondern auch als Lernhelfer und Lebensbegleiter. Erziehung braucht in erster Linie Beziehung. So können die Kinder und Jugendlichen zu selbständigen, selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen, zu Menschen, die in der Lage sind, Herausforderungen anzunehmen und als Chance zu sehen.

Zur Zeit besuchen 526 Schülerinnen und Schüler unsere Schule, von denen 91 im Internat leben und weitere 62 Schülerinnen und Schüler unser Tagesheim mit Mittagessen und fachlicher Betreuung während der anschließenden Studierzeit nutzen. Ein Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler schrittweise zum eigenverantwortlichen Lernen zu erziehen. Dabei ist der sozialen Komponente keine geringe Bedeutung zuzuweisen, dass jüngere Schülerinnen und Schüler ältere um fachlichen Rat fragen können. Dies ist auch für die älteren Schülerinnen und Schüler gewinnbringend, weil sie ihr Wissen vertiefen und etwaige eigene Wissenslücken entdecken. So üben sich alle Tagesheimschülerinnen und Schüler darin zu kooperieren – ein großer Vorteil für Studium oder Beruf.

Wir legen als Landschulheim besonderes Augenmerk auf die Umsetzung unseres Leitsatzes

„ERZIEHUNG zu VERANTWORTUNGSBEWUSSTSEIN,

TOLERANZ und WELTOFFENHEIT.“

Wir möchten die uns anvertrauten Kinder zu selbstständigen, sozial handelnden Abiturienten bilden und ihnen damit die besten Voraussetzungen für eine positive Bewältigung der gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen an die Hand geben. Ausgestattet mit zeitgemäßem Wissen, sozialen Fähigkeiten und Respekt vor sich selbst und anderen Menschen können unsere Schülerinnen und Schüler ihre Chancen auf jeder kommenden Stufe des Lebens optimal nutzen.

Daher sehen wir auch als eine Bereicherung für unsere Schulgemeinschaft die aus dem Ausland stammenden Internatsschülerinnen und Schüler, z.B. aus Ägypten, Russland und der Tschechischen Republik, sowie unsere Schülerinnen und Schüler aus der sogenannten „Profilklasse“. In dieser besuchen begabte und interessierte Absolventen der Realschule die 10. Jahrgangsstufe, werden gemeinsam mit unseren Gymnasiasten unterrichtet und im Laufe eines Jahres auf „sanftem Wege“ auf den Arbeitsstil und die Anforderungen der Oberstufe des Gymnasiums vorbereitet. Sie können dann erfahrungsgemäß relativ problemlos ihr Abitur machen und damit die Allgemeine Hochschulreife erwerben.

Zur Förderung sozialer Kompetenzen dient auch unser Tutorensystem für die 5. Klassen. Für den Übergang von der Grundschule werden die Schülerinnen und Schüler auf unterschiedliche Art und Weise von Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 8 und 9 begleitet und unterstützt. Sie sind neben dem Klassenlehrerteam Ansprechpartner für die vielen kleinen Fragen, die die Kinder insbesondere in den ersten Wochen stellen und die für sie drängend sind. Für Schülerinnen und Schüler, die eine derartig besondere Funktion (Tutor, Klassensprecher) ausüben, organisieren wir Seminare zur Persönlichkeitsbildung und zur SMV-Arbeit.

Unsere Schule ist ein Naturwissenschaftlich-technologisches, ein Sprachliches und ein Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Gymnasium mit sozialwissenschaftlichem Profil.

Ein Großteil unserer Schülerinnen und Schüler besuchen den naturwissenschaftlich-technologischen Zweig. Im Bereich der Mathematik legen wir beginnend in der Unterstufe großen Wert auf Methodenvielfalt, um die Schüler mit aktivierenden und kindgerechten Methoden an dieses Fach heranzuführen. Das Zusammenwirken der Lehrkräfte als pädagogische Teams auch in Zusammenarbeit mit den Tutoren spielt dabei eine besondere Rolle. Wir investieren in den Jahrgangsstufen 5 bis 8 für alle drei Zweige jeweils eine zusätzliche Intensivierungsstunde, die teilweise in geteilten Gruppen praktiziert wird.

Für das Fach Natur und Technik haben unsere Fachschaften Biologie und Chemie bzw. Physik ein umfangreiches Experimentalangebot erstellt, das auch die große Teilnahme bei „Experimente antworten“ bestätigt.

In den Profilstunden für Chemie und Physik ab der 8. Jahrgangsstufe wird der Schwerpunkt auf Eigeninitiative, Eigenverantwortung und Teamarbeit bei der Durchführung und Auswertung von Experimenten gelegt.

Seit 2010 bewirbt sich unsere Schule jährlich mit diversen Projekten wie z.B. Baumpflanzaktion, Energiewende in Europa, Schulbiotop, Gesundes Frühstück, Aktionstag Natur, Umweltbildung Bach- und Flussauen, Benutzung von Umweltpapier um den Titel Umweltschule in Europa und wurde vom Bayerischen Umweltministerium seitdem in Folge mit diesem Titel ausgezeichnet.

Seit 2014 ist unsere Schule MINT-freundliche Schule und legt großen Wert auf ein attraktives Angebot an MINT-Aktivitäten, MINT-Projekten und MINT-Wettbewerben. Des Weiteren pflegen wir Kontakt zu Wirtschaftspartnern und außerschulischen Partnern, die unsere MINT-Unterrichtsgestaltung bereichern.

Unsere sprachliche Ausbildungsrichtung bietet ein breites Programm an verschiedenen Maßnahmen des Schüleraustausches mit anderen Ländern. Momentan führt die Schule Schüleraustausch mit den vier Ländern Frankreich und Israel sowie Ukraine und Tschechien durch. Während die Kontakte zu den beiden erstgenannten Ländern noch relativ jung sind, kann bei der Partnerschaft mit der Ukraine und der Tschechischen Republik auf eine lange Tradition und stetig gewachsene Freundschaft zurückgeblickt werden. Derzeit ist unser Gymnasium das einzige bayerische Gymnasium, welches eine aktive Partnerschaft mit einer Schule in der Ukraine unterhält. Insbesondere die Beziehungen zum Gymnázium F. X. Saldy in Liberec (dem ehemaligen Reichenberg) im Norden der Tschechischen Republik sind stark ausgeprägt. Neben dem alljährlichen Schüleraustausch bietet der Schul- und Förderverein des Steigerwald-Landschulheimes (in Kooperation mit der EUREGIO EGRENSIS in Marktredwitz) seit 1993 auch jedes Jahr einem oder mehreren Schülerinnen und Schüler des tschechischen Partnergymnasiums ein einjähriges Stipendium für ein Gastschuljahr in Wiesentheid an – als einziges Gymnasium im Regierungsbezirk Unterfranken. Darüber hinaus hospitierten in den vergangenen Jahren immer wieder Lehrerinnen und Lehrer aus Russland, der Slowakei und anderen ehemaligen Ostblockstaaten für einige Wochen am Gymnasium, um den Schul- und Unterrichtsbetrieb kennen zu lernen. Des Weiteren finden regelmäßig u.a. Chansonabende, Autorenlesungen, Lesenächte mit Schülerinnen und Schülern statt.

Seit 2017 ist unsere Schule Internationale Schule und hat bilinguale Module im Fachunterricht eingeführt.

Unsere sozialwissenschaftliche Ausbildungsrichtung leistet – mit seinen zahlreichen Aspekten zur Förderung von sozialen Kompetenzen, Praktika in Kindergärten, Durchführung von Sport- und Spielnachmittagen sowie Klassenfahrten mit Behinderten und der geplanten Betreuung von Senioren im hiesigen Altersheim – einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung des öffentlichen Lebens am Ort sowie im Landkreis des Wiesentheider Gymnasiums.

Auf musisch-schauspielerischem Gebiet leisten unser großer Chor, unsere Rock-Band, unser Kammermusik-Ensemble, unsere Most Little Big Band, unsere Musiktheatergruppe sowie unser Oberstufentheater Herausragendes. Gleiches gilt für die Fachschaft Sport, die neben dem regulären Unterricht Arbeitsgemeinschaften z.B. zu Volleyball, Golf oder auch Kraftsport anbietet. Seit Jahren ist unsere Schule Stützpunktschule für Basketball und zeigt überregionale Stärken.