Schulhof wurde zum Observatorium

Mit Kartons und Regenrohren die Sonnenfinsternis beobachtet

Die Sonnenfinsternis vom 20.03.2015 wurde am Gymnasium Steigerwald Landschulheim für etliche Physik- und Geographieklassen zu einer einmaligen Gelegenheit für anschauliches Lernen von der Natur.

Anstatt die im Vorfeld sowieso ausverkauften Schutzbrillen anzuschaffen, hatte eine interdisziplinäre Gruppe von Physik- und Geographielehrern eigene Hilfsmittel zum gefahrlosen Beobachten des Himmelsspektakels gebaut. Es entstanden mehrere aus Kartons leicht herzustellende Lochkameras. Aus Regenrohren und Linsen, die ein Vater zur Verfügung gestellt hatte, wurden Beobachtungsinstrumente gebaut, die ebenfalls nach dem Prinzip der Lochkamera funktionierten. Daneben hatten etliche Schüler ihre eigenen Schutzbrillen dabei.

Nach fachlichen Informationen über die Entstehung einer Sonnenfinsternis und die Funktionsweise der gebauten Beobachtungshilfsmittel sowie einer gründlicher Aufklärung über Verhaltensweisen und Gesundheitsgefahren hielt es Schüler und Lehrer nicht mehr im Klassenzimmer. Der Schulhof wurde zum Observatorium umfunktioniert. Schüler und Lehrer beobachteten gleichermaßen fasziniert, wie sich der Mond von rechts oben allmählich über die Sonne schob und Licht und Temperatur spürbar abnahmen. Da das Phänomen in den Lochkameras spiegelverkehrt und auf dem Kopf erschien, konnten die Schüler nicht nur die Bewegung der Himmelskörper, sondern auch gleich die optische Funktionsweise der Lochkamera erlernen.

Dr. Ulrike Sandmeyer-Haus

Bilder: Dr. Ulrike Sandmeyer-Haus