Inklusionsfahrt der 10c nach Berlin



Zusammen mit 13 erwachsenen Gästen aus den Mainfränkischen Werkstätten, ihrer Betreuerin Melanie Münch sowie den Lehrern Eva Burkard, Ulrich Bäumler und Axel Weiß fuhr die Klasse 10c (sozialwissenschaftlicher Zweig des LSH) mit der Deutschen Bahn in der letzten Schulwoche nach Berlin.

Auf dem Reiseprogramm stand zunächst das Stadtzentrum mit dem weitläufigen Regierungsviertel, das von Peter Eisenmann entworfene Holocaust-Mahnmal in der historischen Mitte Berlins, das neue Sinti und Roma Denkmal am Großen Tiergarten und schließlich das Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors”, das zu den meist besuchten Erinnerungsorten in Berlin zählt.
Eine sehr kompetente Stadtführung vermittelte der Gruppe am nächsten Tag eine Menge an Detailwissen über Berlin, insbesondere durch und über Ostberlin. Bei dem nachfolgenden Besuch im Bundestag stellten unsere Gäste mutige und interessierte Fragen an den Redner des Besucherzentrums zu den Themen Politik allgemein und Wahlen im Besonderen. Der Ausblick von der gläsernen Kuppel des historistischen Reichstagsgebäudes am Platz der Republik bot für alle Besucher bei dem sonnendurchfluteten und heißen Sommerwetter einen exzellenten Überblick über die Hauptstadt.
Am folgenden Tag stand die brandenburgische Hauptstadt Potsdam auf dem Programm. Ein kurzweiliger und bunter Vormittag bei den Babelsberger Filmstudios wurde ergänzt durch einen kühlenden Gang am Nachmittag durch das Schloss und den Park von ‘Sanssouci’, der vom preußischen König Friedrich II. im Stil des Rokoko errichteten Sommerresidenz, die seit 1990 als Welterbe unter dem Schutz der UNESCO steht und gelegentlich auch als als ‘preußisches Versailles’ bezeichnet wird.
Der nächste Tag führte in das Erlebnismuseum ‘Story of Berlin’ am Kurfürstendamm. Auf rund 6.000 m² begaben sich die Besucher auf einen spannenden Spaziergang durch 800 Jahre Berliner Geschichte. In 23 mit moderner Multimediatechnik ausgestatteten Themenräumen wurde die Alltagswelt der Berliner Bevölkerung für jeden nachvollziehbar.

Das Konzept dieser jährlichen Fahrt, in der sich eine Woche soziales Pflichtpraktikum mit einer traditionellen Klassenfahrt verbindet, hat sich seit nahezu 30 Jahren bewährt und hinterlässt nachhaltige Lerneffekte bei unseren Schülerinnen und Schülern. Sie passt perfekt zum aktuellen Lehrplan, in dem großer Wert auf den Kompetenzerwerb gelegt wird. Jene Kompetenzen wie etwa die Übernahme von kurzfristiger betreuerischer Verantwortung von Menschen mit Behinderungen, die Vorausplanung solcher Unternehmungen wie auch die spontane Lösung von Aufgaben des Alltags in einer solchen Betreuungssituation wird erweitert durch den Erwerb von Empathie im Umgang mit sozial benachteiligten oder/und schwächeren Menschen sowie eine besonders hohe Zuverlässigkeit im zwischenmenschlichen Bereich und dem dafür notwendigen menschlichen Fingerspitzengefühl. Die Gäste stehen grundsätzlich immer im Mittelpunkt dieser Fahrt und unsere 10c hat ihre Aufgabe nach einhelliger Beurteilung der Lehr- und Betreuungskräfte ganz hervorragend gemeistert. Für unsere Schülerinnen und Schüler sowie unsere Gäste stellt das eine wertvolle Erfahrung dar, die positiv auf das weitere Leben einwirkt.

(Text und Foto: Axel Weiß)