Steigerwald-Landschulheim adoptiert Camillo und Peppone

Das Gymnasium Steigerwald-Landschulheim übernimmt die Patenschaft für die beiden Esel des Gnadenhofes Gollachostheim

Streitereien und ideologische Grabenkämpfe sind in den bekannten, italienischen Fernandel-Klassikern um den katholischen Priester Don Camillo und den kommunistischen Bürgermeister Peppone an der Tagesordnung. Ganz ohne Zänkerei verlief dagegen die Wahl der Patentiere des Gymnasiums Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid (LSH). Im Rahmen des Klassensprecherseminars entschieden sich die Schüler dieser Schule für Camillo und Peppone, die beiden Esel vom Gnadenhof Gollachostheim. Die Schülersprecher des LSH Gina Wenner und Josef Ateah, sowie Sofie Heider (ehemalige Schülersprecherin) besuchten nun zusammen mit den beiden Lehrkräften Eva Burkard und Harald Pohl den Gnadenhof um die beiden Tiere kennenzulernen und um ihre Patenschaftsurkunde abzuholen.

Die zwei Esel lebten bei Privatleuten bis sich diese die Unterhaltskosten für die Tiere nicht mehr leisten konnten und sie sie deshalb von einem Schlachtbetrieb abholen lassen wollten. Der Schlachttermin stand tatsächlich schon fest als der Gnadenhof Gollachostheim davon hörte und sich bereit erklärte, die beiden Esel aufzunehmen. Seitdem leben Camillo – der Esel in der schwarzen Soutane – und Peppone – im grauen Arbeiterkittel – zusammen mit den Ziegen in einem Gehege des Gnadenhofes.

Sie sind die achte Tierart, die dort Unterschlupf gefunden hat. Insgesamt leben ca. 150 Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Schweine, Ziegen, Hühner, und eben auch Esel, auf dem Gnadenhof. Ein Landwirt in Rheinland-Pfalz lässt außerdem noch fünf Rinder auf seinem Hof wohnen. Der Gnadenhof wurde 2007 von Susanne Pfeuffer und Martin Weid gegründet und finanziert sich ausschließlich aus Spenden, Patenschaften und durch Eigeninitiative. Für sein Engagement wurde der Hof 2011 von Dr. Markus Söder mit dem Bayerischen Tierschutzpreis ausgezeichnet, 2012 erhielt Susanne Pfeuffer den Bundesverdienstorden.

Das Geld für die Patenschaft für die beiden Esel erwirtschafteten Schüler der letztjährigen Klasse 8a durch den Verkauf von Fruchtsäften, Fruchtcocktails und diverser Snacks während des Sommerfestes der Schule. Insgesamt kamen dadurch rund 240 Euro zusammen. Auch wenn die Klasse 8a den Gnadenhof im Rahmen ihrer Projektarbeit besuchte, überließen sie die Auswahl der Patentiere der gesamten Schülerschaft, nämlich den Klassen- und Schülersprechern. Mit dieser Patenschaft können die Jugendlichen nun Verantwortung für die beiden Esel übernehmen und sich für das Wohl dieser einsetzen. Dies passt auch zur Auszeichnung als Umweltschule, die das LSH schon seit vielen Jahren hat, denn hier geht es auch um den verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen. Die neue Patenschaft des LSH ist jedoch nicht die erste, da es seit etlichen Jahren die Kindernothilfe durch die Übernahme von Patenschaften unterstützt. Momentan ist ein Mädchen aus Sri Lanka namens Jathursika Chandralingam Patenkind der Schule.

Text: Harald Pohl

Bilder: Eva Burkard und Harald Pohl