Vielfalt sichtbar machen

Vortrag zum Thema „Diversity“ im amerikanischen Kino am Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid

Am 5.Juni 2018 stattete die Filmwissenschaftlerin Fiona Pleasance von der technischen Hochschule in Nürnberg dem Gymnasium Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid einen Besuch ab, um den Gymnasiasten neue Denkanstöße und Inspirationen für die anstehenden Projekttage mit auf den Weg zu geben. Insgesamt waren 25 interessierte Schüler anwesend. Ein Teil der Schüler belegt einen bilingualen Philosophiekurs mit Schwerpunkt Filmanalyse, die andere Gruppe besteht aus einem Team von Schülern, die durch ihre Arbeit die Projekttage der Schule und das Schulfest zum Thema „Vielfalt leben“ bereichern möchten. Beide Kurse stehen unter der Leitung von Arno Müller.

Frau Pleasance erklärte zunächst sehr anschaulich, was „diversity“ (Vielfalt) in Hollywood Blockbustern bedeutet. Dies zeigte sie anhand gelungener, aktueller Beispiele (wie z.B. Black Panther, Wonder Woman), doch auch Filme aus den guten alten Zeiten des Kinos kamen in der Präsentation zum Einsatz. Sie sprach jedoch nicht nur über die positiven Aspekte der Vielfalt von kulturellen Einflüsse in Hollywood, sondern auch über die Tatsache, dass in der Regel Frauen, Homosexuelle und die Vielzahl ethnischer Gruppen (z.B. Schwarze, Latinos) in der Filmindustrie eine viel zu geringe Rolle spielen. Diesen Missstand belegte sie anhand neuester Statistiken, die zeigen, wie unterrepräsentiert diese Gruppen in Kinofilmen tatsächlich sind.

Fiona Pleasance hofft, dass das Publikum im Laufe der Zeit zunehmend mehr Interesse an den Lebensgeschichten dieser vernachlässigten Gruppen findet und dass dadurch deren Erscheinen in Hollywoodfilmen längerfristig angehoben wird. So sollen überraschende, neuartige Geschichten erzählt und neue Genres geschaffen werden. Durch diese Vielfalt in Blockbustern wird ein weitaus bunteres Publikum erreicht, als mit alten Klischees und Standardhandlungen. Das wirkt sich nachweislich auch positiv auf die Einnahmen an den Kinokassen aus. Als Beispiel hierfür nannte sie den Film „Rough Night“, mit ausschließlich weißen Schauspielern, der nicht annähernd so viel Geld einbrachte wie der Blockbuster „Girls Trip“, der durch schwarze Schauspieler gekennzeichnet ist, aber inhaltlich mit ersterem übereinstimmt.

Obwohl Fiona Pleasance als britische Muttersprachlerin den kompletten Vortrag auf Englisch hielt, waren die Schüler über zwei Stunden hinweg sehr aufmerksam und beteiligten sich rege an den Diskussionen, was an einem Nachmittag bei 30 Grad Celsius Außentemperatur nicht selbstverständlich ist. Somit bekamen die Schüler überraschende, neue und zum Teil kontrovers diskutierte Inhalte vermittelt und konnten gleichzeitig ihre Englischkenntnisse unter Beweis stellen.

Text: Victoria Grund (Q11)

Foto: Arno Müller: Fiona Pleasance während ihres Vortrages am Steigerwald-Landschulheim