Vom Auswärtigen Amt zurück an die Schule

Im Rahmen der Initiative „Back to School“ des Auswärtigen Amtes besuchte Herr Doktor Volker Erhard, ein Abiturient des Gymnasiums Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid, am 18. April 2018 seine alte Wirkungsstätte, nun aber in seiner Funktion als stellvertretender Referatsleiter für multilaterale Kultur- und Medienpolitik. Unter dem Titel „Deutsche Außenpolitik im Zeitalter der Globalisierung“ hat er den Schüler*innen der zweistündigen Sozialkundekurse in der 11. und 12. Jahrgangsstufe über seine berufliche Biografie und Tätigkeit für und im Auswärtigen Amt berichtet.

Zunächst informierte Doktor Erhard die Jugendlichen über seinen beruflichen Werdegang. Nach seinem Studium der Politikwissenschaften in Bonn, etlichen Auslandsreisen und seiner Promotion, entschied er sich für eine Diplomatenlaufbahn. Nach einer Referententätigkeit führte ihn sein erster Einsatz im Ausland nach Riga (Lettland), danach folgten u.a. Tätigkeiten im Bundespräsidialamt unter Bundespräsident Köhler, in der Zentrale des Auswärtigen Amtes in Berlin und in Brüssel bei der ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der Nato. Doktor Erhards jetziges Tätigkeitsfeld ist das Referat für multilaterale Kultur- und Medienpolitik, ebenfalls wieder in der Zentrale in Berlin.

Während einer Tätigkeit im diplomatischen Dienst gibt es alle drei bis vier Jahre einen Standortwechsel, zu Beginn der Ausbildung sogar alle zwei Jahre, um möglichst viele Erfahrungen zu sammeln. Die Tätigkeiten variieren je nach Einsatzort: in der Zentrale des Auswärtigen Amtes geht es vorwiegend um eine theoretisch-wissenschaftliche Bürotätigkeit und das Erarbeiten von politischen Formulierungen für (Rede-) Vorlagen. Hier ist man Teil der Hierarchie eines Ministeriums. Bei einem Einsatz im Ausland gibt es hingegen eine Vielzahl von Außenkontakten, bei denen die Repräsentationsaufgaben im Vordergrund stehen. Diese Tätigkeit ist daher sehr viel praxisorientierter und wichtig beim Aufbau von Kontakten eines (angehenden) Diplomaten. Den Jugendlichen gibt Herr Erhard hier mit auf den Weg, nur ein Studium in einem Themengebiet aufzunehmen, für das man wirklich brennt. Im Hinblick auf eine mögliche Diplomatenlaufbahn, sollten während des Studiums möglichst viele und vielseitige (bezahlte) Praktika absolviert werden, sowie Auslandserfahrung(en) gesammelt werden.

Ein zweiter Schwerpunkt des interaktiven Vortrags von Dr. Erhard befasste sich mit dem Thema „Deutsche Außenpolitik und Rolle der EU in einer globalisierten Welt“. Hier ging es unter anderem um die Auswirkungen der Globalisierung auf Deutschland, Deutschlands Rolle in der EU und die Frage nach einer Reform beziehungsweise der Zukunft der EU. Während und nach dem Vortrag konnten die Schüler*innen Fragen an den Referenten stellen und mithilfe von roten und grünen Kärtchen ihre Meinung äußern. Es kam zu einer lebhaften Diskussion, auch durch die vorbereiteten Fragen der Schüler*innen. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Jugendlichen durch diese „Back to School“ Initiative einen interessanten und vielseitigen Einblick in die Ausbildung und den Arbeitsalltag eines im diplomatischen Dienst Tätigen bekommen haben und eine Vorstellung davon, wie das Leben nach der Schule aussehen könnte.

Artikel verfasst von Ulrich Bäumler und Eva Burkard, Bilder von Ulrich Bäumler