Vortrag Ernst Schulten: „Datensicherheit im Internet“

Da die Schüler am Gymnasium Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid dank des Internats die Möglichkeit haben, Brückentage und somit ein verlängertes Wochenende zu genießen, gibt es aber auch Tage, an denen der ausgefallene Unterricht wieder hereingearbeitet werden muss. Weil an einem Samstag aber keine Busse fahren und viele Schüler von ihren Eltern abgeholt werden müssen, hat man sich für den 25. November 2017 auch gleich einen Programmpunkt für die Eltern überlegt. So konnten sie in der 5. und 6. Stunde einen informativen und unterhaltsamen Vortrag über Datensicherheit im Internet anhören.
Mit Ernst Schulten konnte man einen Fachmann engagieren, der schon in rund 150 Schulen und Institutionen Vorträge gehalten hat und bezüglich der Gefahren, die im Netz lauern, ein wahrer Experte ist.
Neben den Eltern durften sich die Schüler der 9. und 10. Klassen darüber freuen, dass ihnen Herr Schulten in den ersten vier Schulstunden praktische Tipps im Umgang mit den Medien Computer und Smartphone gab. Zu Beginn zeigte er anhand eines Filmausschnittes von „Terminator“, inwieweit Visionen von damals (1982) inzwischen real geworden sind und in welche Richtung die Entwicklung geht. So ist die Nutzung einer Linse als Bildschirm im Auge vielleicht doch schon in ein paar Jahren möglich.
Weiterhin erfuhren die Schüler mit großem Erstaunen, wie beim Onlinekauf die Preise variieren können, je nachdem welches Betriebssystem genutzt wird (Apple-Nutzer werde oftmals als wohlhabend eingestuft und bekommen teurere Angebote!). Außerdem kann ein Behalten der Waren im Warenkorb zu Gutscheinrabatten für den Verbraucher führen. In diesem Zusammenhang machte er über das Add-On „Lightbeam“ deutlich, wie Firmen die Daten der Nutzer sammeln und mit anderen teilen, um so die Werbung besser auf die Kunden zuschneiden zu können. Dass dies manchmal auch zu skurrilen Vorfällen führen kann, zeigte er am Beispiel einer Familie in Amerika auf. Dort hatte ein Vater anhand der Werbung, die der Familie geschickt wurde, herausgefunden, dass seine minderjährige Tochter schwanger ist.
Dass aber nicht nur die Werbung, sondern auch Produkte selbst mit Vorsicht zu genießen sind, wurde den Schülern mit einer Zahnbürste, die Daten während des Betriebes sammelt, und einer Puppe, welche die Gespräche mit Kindern weiterleitet, verdeutlicht. Letztere wurde inzwischen verboten, ist aber über eine Millionen Mal in Europa verkauft worden.
Wie rücksichtslos man in anderen Ländern hinsichtlich der Daten und der Rechte einzelner Personen umgeht, zeigte Herr Schulten auf, indem er eine amerikanische Webseite aufrief, in der die Personen aufgeführt werden, die in Amerika gerade im Gefängnis sitzen. Dabei wird die Person nicht nur abgebildet, sondern es werden auch Name, Geburtsort, Wohnort und Größe angegeben.
Im weiteren Verlauf seines Vortrages machte Herr Schulten deutlich, wie man mit seinen Privatbildern im Internet verfahren sollte, um einen möglichen Missbrauch zu verhindern. Außerdem warnte er davor, eine alte Festplatte einfach so wegzuwerfen. Abschließend wurde auf alternative Suchmaschinen zu Google und die Gefahren von „facebook“ und Whats app eingegangen.
Die Vorträge sind wie im Flug vergangen und an den Reaktionen der interessierten Eltern und Schülern konnte man erkennen, dass das Thema Mediensicherheit auch in Zukunft sehr spannend sein wird und deshalb auch in Zukunft regelmäßig auf dem (Stunden-)Plan stehen sollte.

(Text: Ulrich Schwarz / Bild: Ansgar Freking: Achim Höfle, der stellvertretende Schulleiter, begrüßt Erns Schulten zum Vortrag vor den Mittelstufenschülern des Gymnasiums)