White Horse Theatre am Gymnasium Wiesentheid

„He was not of an age, but for all time.” (Ben Jonson, 1623). Die Rede ist von William Shakespeare, dessen Todestag sich am 23. April diesen Jahres zum 400. Mal jähren wird. Grund genug diesem wohl bekanntesten Autor englischer Literatur zu gedenken, der nicht nur zu seiner Zeit die Menschen begeisterte, sondern bis heute durch seine Komödien, Tragödien, Königsdramen und Sonette ein breites Publikum anspricht. Dass seine Stücke bis heute aktuell geblieben sind, erklärt sich wohl aus der Zeitlosigkeit seiner Themen, wie zum Beispiel Liebe, Eifersucht, Machthunger, etc., aber auch durch die Art und Weise wie er sie vermittelte – er war eben ein Genie.

WhiteHorseTheatre

Shakespeare steht auf dem Lehrplan Englisch der Oberstufe, aber weitaus interessanter als ein Stück zu lesen, ist es, ein solches anzuschauen. Diese Gelegenheit bot sich an unserem Gymnasium durch eine Aufführung der Komödie „Twelfth Night“ durch das White Horse Theatre, einer Theatergruppe von vier englischen Muttersprachlern, die ganz Deutschland bereist und nicht nur Shakespeare, sondern auch Stücke für jüngere Schüler auf dem Programm hat. „Twelfth Night“ oder „What you will“ ist nach Aussage der Gruppe das beliebteste und am häufigsten gespielte Stück im Heimatland des Barden. Zugegeben die Sprache zu Zeiten Shakespeares ist eine Herausforderung für Schüler der 11. und 12.Klassen, doch mit einigem Hintergrundwissen über die Handlung und Charaktere, das von der Gruppe bereit gestellt wurde, konnte man gut folgen. Viele Schüler zeigten sich beeindruckt von der schauspielerischen Leistung der vier Akteure, die jeweils mehrere Rollen beherrschen mussten und nur ein Minimum an Requisiten zur Verfügung hatten.
Hier eine kurze Zusammenfassung des Inhalts aus Wikipedia:
Viola hat ein Schiffsunglück vor der Küste Illyriens überlebt, bei dem ihr Zwillingsbruder Sebastian ums Leben gekommen zu sein scheint. Viola beschließt, als Knabe verkleidet in die Dienste des Herzogs Orsino zu treten, der über Illyrien herrscht. Orsino ist unsterblich verliebt in die Gräfin Olivia, die aber aus Trauer um ihren verstorbenen Bruder sieben Jahre lang ihr Gesicht verschleiern und die Gesellschaft von Männern meiden will. Die als Mann verkleidete Viola, die sich jetzt Cesario nennt, gewinnt rasch die Gunst Orsinos und wird von ihm beauftragt, seine Liebesbotschaften an Olivia zu übermitteln. Olivia verliebt sich jedoch in den „jungen Mann“ Cesario, während Cesario/Viola Gefallen am Herzog gefunden hat.
Auch Ritter Andreas Bleichenwang (im Original Andrew Aguecheek) würde Olivia gerne heiraten und findet Unterstützung bei Olivias Onkel Tobias Rülps (Toby Belch), der es auf das Geld seiner Nichte abgesehen hat, um seine Saufgelage zu finanzieren. Die nächtlichen Ausschweifungen der beiden werden jedoch von dem Verwalter Malvolio immer wieder gestört. Um sich an dem Widersacher zu rächen, beschließen Rülps und Bleichenwang zusammen mit der Zofe Mary und dem Narren Feste, Malvolio einen Streich zu spielen: Mary, deren Handschrift derjenigen Olivias gleicht, fälscht einen Brief der Gräfin an den Verwalter, der diesen glauben machen soll, Olivia habe ein Auge auf ihn geworfen. Malvolio fällt auf den Inhalt herein und handelt gemäß den Vorgaben des Briefes: Er trägt gelbe Strümpfe mit überkreuzten Strumpfbändern, benimmt sich seltsam und lächelt die ganze Zeit. Wegen dieses Verhaltens erklären Tobias und Mary Malvolio für verrückt und sperren ihn in einen dunklen Raum. Der Eingesperrte wird obendrein gepeinigt, als sich Feste ihm als Geistlicher vorstellt und behauptet, der Raum sei voller Fenster und hell.
Die Ereignisse überschlagen sich, als Sebastian – der den Schiffbruch überlebt hat – auftaucht und für Cesario gehalten wird. Olivia trifft auf Sebastian, verwechselt ihn mit Orsinos Boten und verliebt sich in ihn Hals über Kopf. Es kommt zum Showdown: Orsino droht, den vermeintlich untreuen Diener zu töten, was durch das Auftreten Violas jedoch verhindert wird. Am Ende wendet sich vieles zum Guten: Sebastian bleibt bei Olivia, die Zwillinge erkennen einander, Orsino verspricht Viola zu heiraten, Bleichenwang zieht unverrichteter Dinge davon, Sir Toby heiratet das Kammermädchen Mary und Malvolio wird aus seiner Gefangenschaft entlassen.
Die zwölfte Nacht
Der Originaltitel Twelfth Night ist eine Anspielung auf die Epiphaniasnacht als Abschluss der zwölf Rauhnächte. Zu Shakespeares Zeiten wurde dieser Beginn der Karnevalszeit bereits mit Maskenspielen gefeiert, in denen die Menschen durch Verkleidung vorübergehend ihre Identität wechseln. Im schwäbischen Raum, in Tschechien sowie in der kreolischen Kultur hat sich der Brauch der Zwölften Nacht teilweise bis heute erhalten.
(S. Herbst)