Das Streben nach innerem Erfolg

Am Freitag, den 28. Juni 2019, fanden die Abiturfeierlichkeiten des Gymnasiums Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid statt. Diese begannen mit einem ökumenischen Gottesdienst in der St. Mauritius Kirche in Wiesentheid und fanden ihre Fortsetzung mit der Abiturfeier in der Steigerwaldhalle, in der die Abiturzeugnisse von Schulleiter Hilmar Kirch, Bürgermeister Dr. Werner Knaier und Oberstufenkoordinatorin Andrea Willacker überreicht wurden. 

Zunächst begrüßte der stellvertretende Schulleiter Achim Höfle die Gäste und wies darauf hin, dass dies ein besonderer Abiturjahrgang sei, wegen ihres vielfältigen kulturellen Engagements, (außer)schulischen Auszeichnungen und sehr guten Abiturergebnissen, wie die Feierstunde zur Ehrung der besten Abiturienten am Vortag schon gezeigt hatte. Im Anschluss daran sprach Dr. Werner Knaier, der Bürgermeister von Wiesentheid das Grußwort, in dem er die Abiturienten zu ihrem Erfolg beglückwünschte und ihnen viel Erfolg für ihre Zukunft wünschte. Der Schulleiter Hilmar Kirch überbrachte zunächst die Glückwünsche von Tamara Bischof, der Landrätin des Landkreises Kitzingen. Seine anschließende Abiturrede stand unter dem Motto „Streben nach innerem Erfolg“ hergeleitet von „Ataraxia“, was so viel wie „Seelenruhe“ bedeutet. Hier ging er auf die große Bedeutung der mentalen Werkzeuge ein, die seiner Meinung nach wichtiger sind, als Faktenwissen. Denn um die Welt zu verstehen benötigt man einen Werkzeugkasten von unterschiedlichen Denkmethoden. In diesem Zusammenhang erläuterte er, dass Definitionen des Begriffs „Erfolg“ immer Produkte ihrer Zeit sind und dass materieller Erfolg oft eine Frage des Zufalls ist und z.B. von den Genen oder der Gegend, aus der man kommt, abhängt. Beides, sowohl innerer als auch äußerer Erfolg werden beeinflusst durch harte Arbeit, intelligente Entscheidungen und der Konzentration auf Dinge, die wir beeinflussen können. Tatsache ist jedoch, dass Menschen äußerlich gewinnen wollen, um innerlich zu siegen. Innerer Erfolg ist jedoch stabiler als äußerer Erfolg, er kann aber nie komplett erreicht werden und wir müssen ein Leben lang und täglich üben. Der Schulleiter appellierte an die Abiturienten, den Schwerpunkt nicht auf äußeren Erfolg zu legen und zeigte auf, dass das Abiturzeugnis die Eintrittskarte für inneren Erfolg ist, es aber auf weitere Faktoren ankommt um diesen zu erreichen, wie z.B. ein aufmunterndes Wort der Eltern oder Mitschüler, ein Entgegenkommen der Lehrer oder Schulleitung. Abschließend zitierte der Schulleiter Aristoteles als Desiderata „Tu, was du kannst und werde, der du bist.“

Die Oberstufenkoordinatorin (OSK) Andrea Willacker stellte ihre Rede vor der Überreichung der Abiturzeugnisse unter das Motto „Friday for Future“, passend zum Tag der Zeugnisvergabe – einem Freitag, der über die Zukunft der Abiturienten entscheidet, begann sie ihren Vortrag mit einem Resümee über die Abiturergebnisse und die können sich wirklich sehen lassen. Insgesamt betrug der Notendurchschnitt der Abiturienten 2,45. Etwas besser als ihre männlichen Mitschüler schnitten die jungen Damen ab. Sie schafften einen Durchschnitt von 2,34, während die Jungen mit 2,60 abschlossen. Von den 83 Abiturienten haben 13 Mädchen und 7 Jungen eine Eins vor dem Komma. Zwei Schülerinnen, Charlotte Rumpel und Emilie Rehberger, haben den herausragenden Abiturnotendurchschnitt von 1,0. Mehr als die Hälfte der Absolventen hat mit „Gut“, oder sogar „Sehr gut“ abgeschlossen. Die OSK, von den Abiturienten zur OSM ernannt, was für Oberstufenmami steht, machte deutlich, dass jeder Absolvent stolz auf sich sein kann und stellte auch die besondere Rolle der Eltern heraus, die durch Zuspruch, Brotzeiten oder auch Taxidienste zum Erfolg ihrer Kinder beigetragen haben und ihnen für ihre liebevolle Betreuung von Seiten der Schüler Dank gebührt. Auch sie fühlte sich ab und an wie eine Mutter, die ihren Schülern Mut zuspricht oder sich mit ihnen freuen kann z.B. am Tag der Notenbekanntgabe. Vor der Zeugnisübergabe forderte sie die Abiturienten auf, von ihrem Wissen Gebrauch zu machen. Danach erfolgte neben der Zeugnisvergabe noch die Verteilung von Sonderpreisen.

Auch die Vorsitzende des Elternbeirats, Gitti Schraut ergriff das Wort. Sie stellte heraus, dass für die Abiturienten nun die Zeit der Entscheidungen und Abenteuer gekommen sei und für die Eltern die Zeit des Loslassens. Sie appellierte an die jungen Erwachsenen den Mut zum Träumen zu behalten und Visionen zu haben, sie forderte sie aber auch dazu auf, klar ihre Meinung zu vertreten und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. In Anlehnung an Epikur gab sie den Abiturienten die Hoffnung mit auf den Weg, dass sie zu jeder Zeit ihr richtiges Maß finden und ihr Leben dadurch glücklich wird.

Anschließend äußerten sich die Oberstufensprecher Sofie Heider, Jürgen Weid und Gina Wenner im Namen ihrer Mitschüler. Es ging um die ewige Frage, mit der sich die Abiturienten nun fast täglich konfrontiert sehen, nämlich „Was willst du denn nach dem Abitur machen?“ Sie ließen ebenfalls noch einmal wichtige Stationen ihrer Schullaufbahn Revue passieren v.a. unvergessliche Klassenfahrten, aber auch gemeinsame Aktionen, wie das Schmücken des Oberstufenweihnachtsbaums. Die Tatsache, dass die Schüler so gut miteinander zurechtkamen und neue Schüler problemlos in die Gemeinschaft aufgenommen wurden, war auch Thema. Abschließend wurden in einem kurzweiligen Film der Abiturienten noch einmal Impressionen des Schullebens eingefangen z.B. traten Schüler in einer simulierten Lehrerkonferenz als ihre Lehrer auf, es wurden Impressionen vom Tag der Notenbekanntgabe eingefangen und kurze Schülerbefragungen gezeigt. 

Anschließend klang der feierliche Abend mit Büffet und Musik aus.

Text: Eva Burkard / Fotos: Elmar Halbritter

Die Absolventen: Kristin Addicks, Annalena Alt, Tim Appler, Biche Balamamedova, Lilly Barnhart, Lorenz Belz, Robert Breuer, Alina Brügel, Zixuan Chen, Lukas Ciprian, Jan Csernetzky, Romina Dilo, Yunran Dong, Felix Elflein, Diana Freitag, Alina Godron, Florian Göpfert, Lea Graehning Saavedra, Hubertus Greß, Victoria Grund, Julian Haas, Moritz Hahn, Maya Harel, Isabell Hegler, Sofie Heider, Anna Hein, Lukas Hermann, Aaron Hertrich, Leon Hilpert, Felizia Hilzinger, Philippa Holzmann, Hana Hussein, Viktoriia Iakovleva, Kareem Ibrahim, Marie Kaltschmidt, Felix Kantner, Fabian Kleinlein, Julia Köhler, Lea Köhler, Madline Kohles, Jonathan Köstler, Oliver Kretzer, Marie Krüger, Julia Lang, Leopold Lang, Peter Langer, Leonardo Laxa, Nina Lipinski, Amelie Lohmann, Marius Lösch, Alexander Ludwig, Mario Lurati, Felix Lutz, Helen Lutz, Felix Mai, Fiona Meiners, Jana Mertins, Eva Metzner, Rebecca Möhringer, Jörg Müller, Larissa Müller, Estèlle Pasch, Christoph Pischel, Nele Plößl, Verena Rauh, Emilie Rehberger, Charlotte Rumpel, Jan Schneider, Eduard Schwab, Moritz Seitzer, Leonie Sendner, Leo Seufert, Vanessa Spiegel, Katharina Volk, Mona Voss, Denise Walter, Jürgen Weid, Lorenz Weisensee, Gina Wenner, Karina Wilhelms, Marie Winkelmann, Florian Wüllscheidt, Xiaoquan Zhou

Bild 2: Alle Schüler des LSH mit einem Einser-Notendurchschnitt mit Schulleiter Hilmar Kirch, OSK Andrea Willacker und Dr. Werner Knaier

Von links 1. Reihe: Gina Wenner, Jana Mertins, Mario Lurati, Fiona Meiners, Emilie Rehberger, Charlotte Rumpel, Lilly Barnhart, Sofie Heider, Nina Lipinski, Andrea Willacker, Hilmar Kirch

Von links 2. Reihe: Felix Lutz, Lukas Hermann, Alina Brügel, Madline Kohles, Jörg Müller, Christoph Pischel, Leonardo Laxa, Moritz Hahn, Larissa Müller, Vanessa Spiegel, Rebecca Möhringer, Dr. Werner Knaier