Wiesentheider Lateinschüler stürmen den Limes

Bereits seit zehn Jahren ist die dreitägige Exkursion der Lateinschüler zum Römerkastell Saalburg am Gymnasium Steigerwald-Landschulheim Wiesentheid eine liebgewonnene Tradition. So fuhren auch in diesem Jahr die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen mit ihren Lateinlehrern Hubert Behr und Veronika Finkel am Montag, den 8. Juli, voller Vorfreude in den Taunus. Nachdem sie in der Jugendherberge Bad Homburg Quartier bezogen hatten, ging es ein erstes Mal zum Römerkastell, wo die Jungen und Mädchen zunächst eine Führung erhielten, bei der sie nicht nur alles über die Geschichte der Saalburg, sondern insbesondere auch über das Alltagsleben der dort stationierten Auxiliartruppenerfuhren. Ein besonderes Highlight stellte das darauf folgende Aktivprogramm dar. Mädchen wie Jungen konnten sich hierbei im Bogenschießen und Speerwurf messen und wetteiferten bei einer simulierten Wildschweinjagd, die gegnerische Mannschaft an Punkten zu schlagen. 

Auch der zweite Tag stand ganz im Zeichen der alten Römer. Nach einer zweistündigen Wanderung, die uns vom Sandplacken am Limes entlang zur Saalburg führte, gab es dort eine weitere Führung extra muros, in der das Lagerdorf, das Mithrasheiligtum und die Palisaden des Grenzwalls besichtigt wurden. Besonders viel Spaß machte den Schülerinnen und Schülern die anschließende Vorführung römischer Kleidung, bei der drei Schüler unter Anleitung der Museumspädagogin als römische Herrin, Senator und Legionssoldat eingekleidet / ausstaffiert wurden.

Doch wer jetzt gedacht hätte, dass das strapaziöse Training und der lange Marsch unsere jungen Legionäre geschwächt hätte, der hatte sich getäuscht. Denn während sich die einen an den beiden Abenden die Zeit im wunderschönen Schlosspark von Bad Homburg vertrieben, zogen die anderen voll Tatendrang zum Fußballplatz. Dass dieser abends von einer Schar von jungen Flüchtlingen und Asylbewerbern besetzt war, sollte dabei kein Hindernis darstellen! Schnell waren drei Mannschaften gebildet, in denen Jungen und Mädchen, LSHler aus Wiesentheid und Flüchtlinge aus Syrien und Äthiopien bunt gemischt voller Freude einträchtig zusammen spielten. 

Viel zu schnell ging die Zeit vorbei, und so hieß es schon bald von den alten Römern und den neuen Freunden Abschied nehmen, der durch einen Zwischenstopp im Frankfurter Senckenbergmuseum noch versüßt wurde. Hier konnten unsere Siebtklässler noch in zwei Führungen und eigenen Streifzügen die faszinierende Welt der Dinosaurier erkunden und je nach Interesse die vielfältigen Exponate des Naturkundemuseums bestaunen.